Seite:Geschichte eines sonderbaren Erbschaftsgesuchs bey einer Fränkischen Gerichtsstelle.pdf/2

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

jedoch ein schriftliches Zeugniß gegeben, daß sie sich um die vorgebliche Verlassenschaft dahier gemeldet hätten.

Im folgenden Jahr 1757 lief ein Schreiben von Markried ohne Datum ein, worin sich die Aignerische Freundschaft zu der geträumten Erbschaft zu legitimiren trachtete, mit dem Angeben, der Erblasser habe nicht Raitinger, sondern Johann Aigner geheissen, wäre 1618 den 29 März geboren, und 1642 in Kriegsdienste, wüßten aber nicht in welche, getreten. Sie stützten sich auf den lügenhaften Umstand, als hätte hiesige Kanzley vor einigen Jahren nach Markried geschrieben, daß eine unnahmbare, doch sehr große Erbschaft einer Freundschaft unter dem Bad daselbst zuständig, vorhanden wäre. Man hatte in allen Todenregistern, auch der Nachbarschaft, nachschlagen lassen, fand aber keinen Namen, der nur eine Ähnlichkeit mit Raitinger oder Aigner gehabt hätte. Es wurde demnach auf obiges Schreiben keine Antwort gegeben.

Indeß spuckte der Erbschaftsgeist in Bayern immer fort. Den 11 Jan. und 10 März 1758 berichtete Herr Hofrath Hefner zu Salzburg hieher, eine bürgerliche