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Andenken an den Kampf in der Hamme ein silbernes Kreuz, zwei Ellen hoch und eine Elle breit auf einem von vier Engeln getragenen Fuße, einen goldenen Kelch von einem Pfund Gewicht, ein Meßbuch mit Noten, und die Mönche gelobten dagegen sieben Messen wöchentlich zu halten, vor allen zwei Seelmessen, eine für die bei Wörden, eine für die in der Hamme Gefallenen.

An Gästen weilen im Kloster 1438 Erzbischof Balduin und 1500 König Johann und Herzog Friedrich. Die Zahl seiner regelmäßigen Bewohner steht nicht fest. Michelsen weist in demselben außer einem Prior, einen Lector und Subprior und zwei Senioren der Mönche nach und bemerkt, daß die Dominicanerklöster nicht über 40, nicht unter 13 Mönche zu haben pflegen. Darnach mag es doch wohl zu den kleinen gehört haben. Auch das Conventsiegel hat er aus jenen Lübecker Urkunden hervorgezogen. Es ist von parabolischer Form und zeigt die Jungfrau mit dem Kinde in einer Nische, die auf beiden Seiten aus drei gothischen Thürmchen gebildet wird unter einem Giebel von zwei Absätzen mit der Umschrift: S. Conventus in Meldorp.

Ein Archiv wird dem Kloster sicher nicht gefehlt haben, da in den Dominicanerklöstern der Regel nach eine Chronik geführt ward; gerettet ist davon natürlich nichts, da bei der Vertreibung der Mönche 1526 ihre Effecten und Bücher den Flammen preisgegeben wurden. Es fehlt uns durchaus, natürlich mit Ausnahme seines Eingreifens in die Geschichte Heinrich v. Zütphens, an Nachrichten über die Wirksamkeit des Klosters. Ob wir auf dasselbe und dessen Schule die Gewandtheit des Stils, der die dithmarsischen Actenstücke auszeichnet, ganz oder theilweise zurückführen dürfen, wird dahin gestellt bleiben müssen.




Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 280. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/299&oldid=- (Version vom 14.6.2018)