Seite:Geschichte Dithmarschens Kolster 1873.pdf/283

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


Gar eygen sinnig sundir sparin,

40.
     wer kunde sy zumale bewarin?

Daz lant virhereten sy eyn teyl
     roublich, das wart in nicht wol veyl,
Dy Ditmarschen manlich des gedachten,
     daz sy den roub nicht dannen brachten,

45.
Sy wolden sich weren vor der letze

     nach der alden vetere gesetze.
Sy sterketen vast irs selbis mud
     vnd wolden weren da ir gud.
Sy samneten sich mit werender hande

50.
     vnd liessin nymans vz dem lande

Mit willen kommen mit irer habe,
     sy enbrechtins im zur vngehabe.
Mit stryde sy daz wereten
     den dy ir lant da hereten.

55.
Dar von wart dy selbin czyd

     ein vnsprechlich grossir stryd
Vf vnsir frowen abent hart
     als sy geboren wart,
Als man dy jarczal schreyb virwar

60.
     dritzenhundert vnd nuynczehin jar,

Da wart zu beyder syden nod:
     gar vil vulkes bleyb da tod
Daz es vngloublich ist
     zu sagenn dy selbin frist.

65.
Dy edeln von Gutzekow da,

     von Wonstorf mit den greuen ja
Vnd ouch dy von Ghemmen
     der tod kunde da beklemmen.
Da irstorben jemerliche
     vil von geslechten arm vnd riche.

70.
[WS 1]Du daz dy fursten recht irkorin,

     daz sy so jemerlich virlorin
Dy iren zu den stunden,
     den sy nicht helfen kunden,
Sy musten czyhen wider uz

75.
     iglicher wider heym zu huz,

Czornig vnd mit betrubetem mute.
     sy musten lassin in fryer hute
Dy Ditmarschen, als sy sie da funden,
     der sy nicht getwingen kunden.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Die fehlerhafte Zeilennummerierung ab Zeile 69 entspricht der Vorlage.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/283&oldid=- (Version vom 14.6.2018)