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gewinnt und die einzelnen Ereignisse zu localisiren und zu ergänzen im Stande ist, wo die Erzählung zu leicht und oberflächlich darüber hingeht.

Es ist im Obigen nichts gesagt über die Reihe von Seen, welche sich am Rande der dithmarsischen Geest hinziehen und auf das Eigenthümliche der Bodengestaltung hinweisen, der Mötjensee, Steller-, Fieler-, Fuhlensee, Windberger-, Kudensee; es sind Lagunen; das Wasser ist abgesperrt durch vorliegende Dünen; sechs auf einer Länge von etwa sieben Meilen, nichts von den aufgetriebenen Mooren, die auf Marschboden lagern, bei Wittenwurth und im Süden des Kudensees, weil sie mit der hier vorliegenden Frage nicht in directer Verbindung stehen.




IX.
Stadt und Kirche Meldorf.

Die Frage, was es war, das Meldorf zum Mittelpunkt des Landes erhob, haben wir früher dahin beantwortet, daß es sein Markt und Marktfriede war; und bis zu den Zeiten des Erzbischofs Gerhard II. haben wir den Markt (Norder- und Südermarkt) gewiß als ungetrennte Einheit zu denken. So wollen wir denn auch hier hervorheben, daß Meldorf zu der Zeit, von der wir reden, drei Jahrmärkte hatte, Ostern, Johannis und Mariä Geburt; dann hatte der Kaufmann mit seinen Waaren freies Geleit. In dieser Zeit aber ward Meldorf recht eigentlich Centralpunkt, ward Stadt. Den Geistlichen Dithmarschens ward die Verpflichtung erlassen, sich in Hamburg zu den jährigen Versammlungen zu stellen, der Dompropst sandte zweimal seinen Official nach Meldorf, der hier die Convente abzuhalten, die laufenden Sachen zu untersuchen, Brüchen

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 240. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/259&oldid=- (Version vom 14.6.2018)