Seite:Geschichte Dithmarschens Kolster 1873.pdf/251

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Damals vermuthlich wanderten aus dem Butjadinger Land die Hodiemannen und Todiemannen ein: die Boien aus Wursten, bei denen sich außer dem friesischen Namen Bake, den der Stifter führt, die Namen Manke und Harder lange fast stehend finden. Dahlmann macht die Familie um des Vogdemannen Boie in Weslingburen willen zu Vogtemannen, die nach Neocorus I, 244 aus Windbergen [und Burg] stammen, und bringt den Namen mit dem Vogt, advocatus, in Verbindung, während doch Vage oder Voke Boie mit der Fähre in Brunsbüttel, aber nicht der Vogtei belehnt ward.

Eine wichtige Stelle über die Geschlechter, weil noch vor ihrem vollständigen Erlöschen geschrieben, findet sich bei Karsten-Schröder, S. 44[1]:

„ Idt sint och for Inneming des Landes fast in allen Karspelen fele forneme Geslechte gewesen, de under sich grote Forbuntnisse gehat, ja eren armen Veddern und Buntgenaten nicht forleten, ofte jemant ene wolde Unrecht don; ja so ein Fremdling uth andern Landen, de sich hier tho wanen begewen, er Vedder begert to sin und erliche redliche Tuchnisse siner Gebort, sines Handels und Wandels genogsam erlich intugen laten konde, hebben se densulven for einen Veddern des Geslechtes angenamen, ock nicht weiniger geachtet alse ere angebarne Frunde och Hut und Har (vor en gelaten), wenthe he se und se ene mit Eden vorplichtet, so idt Noth, ja weit aller Manschaft des Geslechtes wol hen to Felde gelaten (?). Und so under den Geslechten enes manes Dochter vthgeraden und tor Horen gewurden, mußte sich das gantze Geslechte darummen schamen, ja dorften wol (unter sich) de sin, (de) ungeehrte Personen under sich wol sulfen mit eren egen Handen hengerichten, de Unere eres Geslechtes damit aftowenden und wen jemand vorwaltiget wurde vth andern Geschlechtern, dorften se wol, wo ofte geschehn, to Felde then und Scharmusel holden, bet dat de Landlude insegen und de Sachen im Handel ofte mit Rechte demten.“

  1. Vgl. Neocorus I, 206.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 232. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/251&oldid=- (Version vom 14.6.2018)