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im Kieler Hafen eine Zuflucht zu suchen. Jetzt faßte man die Hoffnung, Torstensohn in Jütland abzuschneiden; die königlichen Truppen, wohlgerüstet, Fußvolk und Reiter, wurden zusammengezogen und vereinigten sich mit dem kaiserlichen General Gallas, der mit 25 Regimentern herbeikam und in Kiel sein Hauptquartier nahm. Die Heißsporne beider Heere träumten schon von der Vernichtungsschlacht, die auf unsern Feldern dem dreißigjährigen Kriege ein Ende machen sollte. Aber Torstensohn sammelte Ende Juli seine Truppen auf der Kropper Heide, räumte Rendsburg und zog über Neumünster und Lauenburg in stolzer Ruhe an dem feindlichen Heere vorüber. Gallas, der den alten Schlachtenmeister kannte, blieb zum höchsten Verdruß seiner Officiere unbeweglich in seinen Stellungen und wagte nicht, ihm die Spitze zu bieten. Zwar schickte er sich nun sofort an, ebenfalls über Ratzeburg und Boitzenburg das Land zu räumen, aber damit war dasselbe seiner Leiden nicht erledigt. Nach vollbrachtem Elbübergang sandte Torstensohn den General Helmuth Wrangel zurück, besonders um in Jütland zu halten, was noch an festen Plätzen in den Händen der Schweden war. Er befreite das bereits von den Dänen bedrängte Schloß Pinneberg und zog dann, weniger glücklich, bei Breitenburg vorbei, wo ihm der tapfere Steinwerden muthig die Zähne wies; darnach über Hadersleben nach Randers und Ripen, wo er sich verschanzte. Prinz Friedrich folgte ihm, erstürmte Ripen, wobei Steinwerden fiel, was die Niedermetzelung der Besatzung zur Folge hatte. Aber das Hauptlager Wrangels zu Randers wagte der Prinz nicht anzugreifen.

So hatte Helmuth Wrangel seinen Auftrag, Jütland zu halten, vollzogen; nun aber suchte er auch von Holstein zurückzugewinnen, was möglich war, um seine Abschneidung im Lande zu verhüten. Im Februar erschien Prinz Friedrich in Dithmarschen und seine Truppen erlaubten sich Bedrückungen, daß der ärgste Feind es nicht schlimmer hätte machen können. Aber auch Wrangel erschien und schlug bei Elmshorn den dänischen General Bauer auf’s Haupt, sicherte sich die Wege und zersprengte, was an königlichen Truppen in der Nähe war. Nun

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Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 180. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/199&oldid=- (Version vom 14.6.2018)