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nach Glückstadt gegangen war, trat eine andere an ihre Stelle. 1641 hielt der König abermals bei Itzehoe eine Musterung, indem ein eigenthümlicher Krieg vor der Thür zu stehen schien. Hamburg sah sich durch Anlegung der Festung Glückstadt bedroht; dazu trachtete der König dort einen Schiffszoll zu errichten, was allerdings der Stadt nicht gleichgültig sein konnte. Ursprünglich holsteinische Stadt, die noch 1603 die Huldigung geleistet hatte, trachtete Hamburg mehr und mehr nach Selbständigkeit, wozu die Unterhandlungen des Kaisers vor dem letzten Kriege vielleicht nicht unwesentlich beigetragen, in welchem es eine immerhin einigermaßen zweideutige Rolle gespielt hatte. Jetzt suchte die Stadt am kaiserlichen Hofe ihren Einfluß geltend zu machen, und man war dort sehr geneigt, sich ihrer anzunehmen. Aber der König war entschlossen, seine neue Gründung Glückstadt in jeder Weise aufrecht zu erhalten. Zum Waffengange bereit, sammelte er eine Flotte in der Elbe, um zunächst durch Lahmlegung von Hamburgs Handel der Stadt seine Macht zu zeigen, sodann mit Waffengewalt es zu Paaren zu treiben. Der Kaiser war anderweitig engagirt, und durch bloße kaiserliche Edicte gegen den Willen des Königs nichts zu erreichen. So entschloß sich denn die Stadt, versöhnliche Schritte zu thun und, auf günstigere Zeiten harrend, augenblicklich durch erhebliche Geldopfer und Versprechungen den König zu versöhnen; der König dagegen verzichtete auf den Zoll, und so ward Pfingsten 1643 der Vertrag geschlossen. Nachdem so die Gefahr beseitigt schien, drangen die holsteinischen Stände auf Entlassung des Heeres und der König willfahrte ihnen, nicht ahnend, wie bald er dessen bedürfen werde. Die Friedensverhandlungen, die man seit Jahren sich bemüht hatte in Gang zu bringen, und an denen sich der König eifrig betheiligte, schleuderten unerwartet die Kriegsfackel ins Land.

Schon mehrere Jahre unterhandelte man, dem schrecklichen Kriege, der nun drittehalb Jahrzehnte Deutschlands Gebiet verwüstete, ein Ziel zu setzen, aber die Entschädigungsansprüche, welche die fremden Völker, die sich nacheinander hineingemischt hatten, erhoben, bildeten erhebliche Schwierigkeiten. Schweden

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Wilhelm Heinrich Kolster: Geschichte Dithmarschens. Nach F. C. Dahlmanns Vorlesungen im Winter 1826. Wilhelm Mauke, Leipzig 1873, Seite 177. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geschichte_Dithmarschens_Kolster_1873.pdf/196&oldid=- (Version vom 14.6.2018)