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unserer Hab und Güter. Deß zu Urkund haben wir die Herren .... (Rathsbürger, Bürgermeister, Richter etc.) gebeten, daß sie ihre Insiegel fürgedruckt haben. Actum etc.“ Diesen Revers stellten sechs von den genannten Abiturienten aus; aber der siebente, Volland, konnte wegen Armuth keinen Bürgen stellen. Allein man erließ ihm, da man ihn für solid hielt, die Bürgschaftleistung und begnügte sich mit dem nur von ihm ausgestellten Revers, ließ ihn jedoch einen Eid schwören. Darauf sollte er im Herbst 1585 nach Wittenberg ziehen. Da aber die dortige Universität wegen der Pest aufgelöst war, so mußten alle sieben Abiturienten vorerst noch in Heilsbronn bleiben. In dieser Zwischenzeit kam Vollands liederliches Leben an den Tag. Er hatte sich einen Schlüssel verschafft, in mancher Nacht mit seinen Kommilitonen Julius und Oesterreicher (Nr. 57 und 71) im Wirthshause gezecht und die Magd des Küchenmeisters zu Fall gebracht und ihr versprochen, sie nach seiner Rückkehr von Wittenberg zu ehelichen. Er entzog sich der Bestrafung durch die Flucht, die Magd gleichfalls. Die weitläuftigen Verhandlungen über diese Sache zeugen von großer Fahrlässigkeit Seitens der Aufsichtsbehörden bei der Schule. Nach dem Aufhören der Pest in Wittenberg zogen die genannten sechs Abiturienten dahin mit noch fünf andern Zöglingen der Fürstenschule. Der Professor der Medizin Albert in Wittenberg wurde von den ansbacher Räthen ersucht, die Studien und Sitten der Stipendiaten zu überwachen und, wenn sie sich des Stipendiums unwürdig zeigen sollten, es anzuzeigen. Einer dieser Stipendiaten, Hübner (Nr. 54) starb zu Wittenberg im folgenden Jahr. Einer verlor das Stipendium „wegen Verbrechens“. In Heilsbronn ergab sich auch während der folgenden Jahre viel Unerfreuliches. Der Fürstenschüler Wiegelein, Baderssohn aus Ansbach, kam wegen Exzesse bei einer Tanzmusik im Wirthshause in’s Gefängniß. Bei dieser Gelegenheit berichtete der Verwalter an die Regierung: „Ich kann bei den Schülern im Trinken und Heimgehen nicht Ordnung halten und die bei Eröffnung der Schule gegebene Instruktion nicht durchführen, da die Herren Präceptores selbst darin nicht Maß

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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/36&oldid=- (Version vom 31.7.2018)