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Nr. 116, ursprünglich und noch zur Zeit der Klosterauflösung in der Abtswohnung, erst späterhin in die Kirche verbracht. Über den Abt und sein mitabgebildetes Lieblingshündchen Paris siehe Beitr. S. 151. Vgl. Stillfried S. 46.

24. Das Porträt des 35. und letzten Klosterabts Wunder, jetzt bei Nr. 121, ursprünglich gleichfalls in der Abtswohnung, gemalt von Gruenberg, auf einem Zettel in der Hand des Abts die vermuthlich vom Abt selbst verfaßten Verse:

Qui sua committunt lachrymantes semina terrae,
Hi laeti messis tempore farra metent.
Ibant et flebant metentes semina, verum
Far jam demessum quisque ferabat ovans.

Nach Wunders Tod schrieb man auf seinen vorhin besprochenen, nicht mehr vorhandenen Leichenstein die Worte Psalm 26, 5, welche der Abt beim Schreiben der eben mitgetheilten Verse vor Augen hatte. Vgl. Stillfried S. 48.


Freskomalereien

waren zur Zeit der Klosterauflösung in großer Zahl vorhanden, besonders sehr viele auf die Mauer gemalte, in neuerer und neuester Zeit völlig übertünchte Todtenschilde. Außer diesen waren damals noch drei Freskobilder vorhanden, nämlich

1. Adam und Eva. „Man sagt, daß diese so lang gewesen, als sie da abgemalet.“ Über Alter und Werth des nicht mehr vorhandenen Bildes kann nichts berichtet werden. Es war bei Nr. 53, wurde im 18. Jahrhundert übertüncht, im 19. völlig zerstört, da die dortige Mauer i. J. 1854 niedergerissen und ganz neu aufgeführt wurde.

2. Familienbild des 1398 verstorbenen Burggrafen Friedrich V.[1] über den beiden Säulen bei Nr. 76 und 77. Daß der Burggraf das Kloster reichlich ausbeutete, aber auch reichlich beschenkte, daß der Abt sein Gevattermann war, daß er den schönen Dreikönigsaltar stiftete, daß seine Statue auf dem


  1. Vgl. Stillfried S. 122.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/269&oldid=- (Version vom 31.7.2018)