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25. Magdalenae et Agathae. Stand bei Nr. 145 u. 146. Ist nicht mehr vorhanden. Heinrich von Elrichshausen stiftete dazu ein ewiges Licht; daher sein Wappen mit Umschrift bei Nr. 135, nahe bei dem Altar.

26. Alt. Beatae Virginis, Hochaltar.[1] Stand bei Nr. 139, der Altarstein noch im J. 1862, wurde aber dann abgetragen. Über die Gründung dieses Altars i. J. 1284, über den darin befindlichen, aber i. J. 1853 abgelieferten Reliquienkasten ist beim 13. Abt Heinrich von Hirschlach berichtet worden. Den von diesem Abt gestifteten Altaraufsatz, über welchen nichts Näheres berichtet werden kann, ließ der 26. Abt Wenk (s. dort) i. J. 1522 beseitigen und durch eine Holzstatuengruppe, nicht durch Gemälde, ersetzen. Im Jahre 1711 hieß es: „Die fast bis an das Deckgewölbe hinaufreichende, ungewöhnlich breite Statuengruppe beeinträchtige das Einfallen des Lichts, verdecke das gemalte Fenster mit dem Gedächtnißbilde des Burggrafen Friedrich III., sei baufällig und müsse daher abgetragen werden.“ Sofort wurde auch der Schreiner Tröster beauftragt, die Gruppe abzutragen. Die meisten der fast lebensgroßen Statuen wurden bis 1862 in der Heideckerkapelle aufbewahrt, dann theilweise bemalt, vergoldet und da und dort aufgestellt, z. B. zwei Heilige (wahrscheinlich Otto[2] und Bernhard) im Bischofsornat in der Heideckerkapelle bei Nr. 157 und Nr. 159. Auf der Stola eines dieser Heiligen ist ein Dudelsackspfeifer abgebildet, welcher einem Pärchen zum Tanz aufspielt. Eine ähnliche humoristische Licenz erlaubte sich der Verfertiger der Konsole an der zwischen Nr. 93 und Nr. 112 stehenden Säule, indem er eine Schweinsmutter darstellte, an welcher Juden saugen. Zu der Holzstatuengruppe gehörten auch die bei Nr. 160, 162, 165, 166 aufgestellten Statuen: Maria, Gott Vater auf der Weltkugel, Michael und Jakobus.


  1. Vgl. Stillfried S. 66. 67.
  2. Die Mönche nannten den h. Otto patronus hujus altaris, nämlich des Hochaltars, Beatue Virginis. Siehe oben I, 11. Ein anderer dem h. Otto geweihter Altar wird in den Altarverzeichnissen nicht genannt. Anders Stillfried S. 71.
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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 253. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/255&oldid=- (Version vom 31.7.2018)