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des Altarschreins. Die Basrelieffiguren auf dem Goldgrunde sind meist abgefallen und unkenntlich. Besser erhalten ist eine Holzstatuette, Stephanus mit Steinen in der Hand. Der Rost, welchen eine andere Statuette, Laurentius, in der Hand trug, fehlt.

21. Alt. Bernhardi. Stand bei Nr. 141. Der Altarstein wurde 1824 bei Errichtung des Steffaneo–Denkmals abgetragen; der Altaraufsatz 1854 großentheils restaurirt, dabei zerlegt und nicht wieder zusammengesetzt. Die beiden Altarflügel hängen jetzt bei Nr. 100 und 102, die Bilder von Bernhard und Benedikt, welche rechts und links am Altarschrein festgenagelt waren, hängen jetzt bei Nr. 96. Der Altar ist oben beim Abt Bamberger, welcher 1500 die Ölbilder malen ließ, näher besprochen worden.

22. Alt. Corporis et Sanguinis (Passionis et Mortis) Domini nostri Jesu Christi.[1] Stand bei Nr. 138, wo der Altarstein noch steht. Von diesem Altar ist nur ein einziger Flügel noch vorhanden, darauf die älteste Malerei,[2] welche Heilsbronn aufzuweisen hat, gefertigt in der Zeit, da man noch nicht mit Öl–, sondern mit Temperafarben malte, d. h. die Farben nicht mit Öl, sondern mit andern Flüssigkeiten abrieb. Der Untergrund ist Holz, überzogen mit Leinwand und Gyps. Der sowohl auf der Vorder-, als auch auf der Rückseite bemalte Flügel wurde 1853 vom Maler Jarwart in der Weise zersägt, daß aus einem Flügel zwei geworden sind, jetzt bei Nr. 3 und 25 aufgehängt. Der Flügel bei Nr. 25 zeigt: Jesus verrathen von Judas, verhört von Herodes, auf dessen Schulter eine Thierfratze mit Krallen; Jesu Auferstehung und Himmelfahrt. Auf dem Flügel bei Nr. 3 sieht man: Golgatha in Dunkel gehüllt; aus der Höhe träufeln Blutstropfen herab; Joseph von Arimathia fängt diese auf mit dem Kelch (Graal), welchen Jesus bei der Einsetzung des Abendmahles seinen Aposteln reichte; ein Engel leuchtet mit einer Laterne; unten der Hauptmann; oben ein Engel mit einem Spruchband, darauf die Worte: Hic vere filius Dei


  1. Vgl. Stillfried S. 68. 231.
  2. Vgl. Stillfried S. 68. 231.
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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 251. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/253&oldid=- (Version vom 31.7.2018)