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Cassuben und Wenden Herzogin, Burggräfin zu Nürnberg und Fürstin zu Rugen, obiit anno 1512 ultimo Octobris.“ Das Skelett der Kurfürstin wurde 1591 herausgenommen, das Grab tiefer gemacht und die Leiche der Markgräfin Emilie[1] beigesetzt, auf deren Zinnsarg die Worte stehen: „Die durchleuchtige hochgeborne Furstin und Fraw, Fraw Aemilia, Marggräfin zu Brandenburg, geborne Hertzogin zu Sachsen, weilend Marggraff Georgen zu Brandenburg hochlöblicher Gedechtnus, hinterlassene Widwe, Fl. Durchl. Marggraff Georg Friderichs zu Brandenburg, Hertzogen in Preissen, meines gnedigsten Herren Fraw Mutter, starb den 9. Aprilis 1591, ihres Alters im 75. Jahr und ligt allhie begraben, deren Gott ein fröliche Auferstehung verleyen wölle. Amen.“ Bei Eröffnung der Gruft im September 1853 ergab sich folgender Befund: Die Kopfwand des Zinnsarges war zerstückt, das Skelett nicht mehr völlig in seiner ursprünglichen Lage, der Schedel seitwärts geschoben. Beim Herausziehen des Sarges fielen durch den schadhaften Boden zwei Fingerringe vom reinsten Goldglanze. Der eine war innerhalb ausgehöhlt, außen glatt; der andere, vermuthlich ein Verlobungsring, zeigte an der Außenseite alternirend Herzen und ineinandergelegte Hände. Der schadhafte Zinnsarg wurde vollständig reparirt und mit den Gebeinen an seiner ursprünglichen Stelle wieder beigesetzt. Die beiden Ringe kamen durch den bayerischerseits zur Gräberöffnung kommittirten Freiherrn von Aretin nach München, durch Seine Majestät den König aber nach Berlin. (Beitr. S. 209.)

Der Sarkophag des Markgrafen Joachim Ernst, Nr. 83, war zur Zeit der Klosterauflösung noch nicht vorhanden und wird daher erst weiter unten besprochen werden.


Die übrigen zur Zeit der Klosterauflösung und noch 30 Jahre nachher in der Kirche vorhandenen Grabdenkmale, besonders Grabsteine mit den dazu gehörigen Todtenschilden.

Von den Grabsteinen lagen über 70 auf gleichem Niveau mit der Pflasterung; 5 waren senkrecht stehend an den Wänden


  1. Vgl. Stillfried S. 157.
Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 3). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1880, Seite 230. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_3).pdf/232&oldid=- (Version vom 31.7.2018)