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Stiftung eines ewigen Lichts und eines ewigen Jahrtags. Wie es, nach seinem Willen, bei dieser Feier gehalten werden sollte, zeigt der Eintrag beim 16. November. Für die stipulirte reiche Spende an 70 Mönche reichten aber die Zinsen aus 100 fl. nicht zu; er schenkte daher dem Kloster noch Gülten von seinem Hofe in Kirchfembach (siehe dort). 1487 ließ er die bei Nr. 158 noch vorhandenen Ölbilder am Martin- und Ambrosiusaltar[1] malen, vielleicht von Wolgemut, jedenfalls auf eigene Kosten, da in den Klosterrechnungen keine Ausgabe dafür vorkommt und unter dem Altar geschrieben steht: „Die gegenwärtige Tafel hat lassen machen und malen Herr Ludwig von Eyb, Ritter, der Elter in dem 87 (1487) Jahr.“ Unter dieser Inschrift sieht man auf einem ruinosen Miniatur-Familienbilde[2] den Ritter mit Frau und Kindern, einen der vier Söhne, Gabriel, im geistlichen Kostüm, weil er Bischof zu Eichstätt wurde; die andern drei Söhne sind Anselm, Kaspar und Ludwig, deren Epitaphien vorhin bei ihren Todesjahren beschrieben worden sind. Die Schnitzbilder im Altarschrein ließ elf Jahre früher der 23. Abt Wegel auf Kosten des Klosters fertigen, wofür (1476) der Bursarius 19 fl. verrechnet, ohne den Bildschnitzer zu nennen. In den Heiligenscheinen der beiden Heiligen außen an den Ölbildern standen die Namen „St. Ambrosius und St. Quirinus.“ Bei Renovatur der Vergoldung i. J. 1854 wurden beide Namen nicht wieder angebracht. Auf dem Bilde ist der Kaiser Thodosius dargestellt, eben im Begriff, den Dom in Mailand zu betreten. Allein Ambrosius verweigert ihm den Eintritt wegen seines grausamen Verfahrens gegen die Stadt Thessalonich, und befiehlt ihm, erst hinzugehen und Buße zu thun. Seltsamerweise zeigt das Bild auf den Grabsteinen vor der Domkirche hebräische Buchstaben und daneben eine Inschrift, laut welcher Ambrosius dem Kaiser verwehrte, den Judenkirchhof zu betreten. Ohne Zweifel eine absichtliche Mystifikation, weil man besorgte, die


  1. Vgl. Stillfried S. 69. 226.
  2. Es wurde neuerlich in der Nürnberger Kunstschule renovirt.
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Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 194. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/196&oldid=- (Version vom 31.7.2018)