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Universitätskirche (reformirt), früher Dominikanerkirche, begonnen ca. 1290. Vorhalle vor dem nördlichen Portale neu.- Klostergebäude außer der Aula abgebrochen, an ihrer Stelle das neue Universitäts=Gebäude begonnen (1874).- Nicht weit vom Universitäts=Gebäude, in der Untergasse, das 1866 im gothischen Stil erbaute Gymnasium, in dessen Aula das bekannte Bild des Hofmalers Noack zu Darmstadt "Das Religionsgespräch zu Marburg im Jahre 1529"[WS 1] . - Bei dem Universitätsgebäude die Weidenhäuser Brücke aus dem XV. Jahrhundert. - Marktplatz , malerische Holzhäuser, Rathhaus , spätgothischer Unterbau von ca. 1512; Renaissance= aufsatz von 1581. Facade neu restauriert. Künstliche Uhr. Ueber der Thür polychromes Steinrelief (die heil. Elisabeth) von 1524.- In der Nähe des Rathhauses, am Schuh= markte, die St. Kilianskapelle , romanisch, aus der Mitte des XII. Jahrhunderts, seit 1227 Pfarrkirche, 1611 Oberstock aufgesetzt zum Schulhause. Innere Gewölbe noch erhalten, aber durch Einbauten gestört. Westliche Pforte mit der Inschrift Godescalcus me fecit.- Am östichen Fuße des Schloßberges stattliches Renaissancegebäude von 1575, jetzt Kreisgericht, früher Regierung resp. Kanzlei. Der mittlere nach dem Schlosse gelegene Vorbau neu.- Die Universitäts= institute sind in verschiedenen Stadttheilen belegen. Anatomieam Ende der Ketzerbach, von da an weiter nach der Marbach zu die Roser´sche Privatklinik und das neue pharmaceutische

Institut . Chemisches Laboratorium , pharmakologisches und zoologisches Institut , sowie archäologisches Museum (Gypsabgüsse von Antiken) [WS 2] im Deutsch=ordenshause. Kliniken und botan. Garten s. o. Physiologisches Institut in Weidenhausen. Sternenwarte, Physikalisches Institut und mineralogisches Kabinet am Nordabhange des Schloßberges (früher Dörnberger Hof). Bibliothek (im ehemaligen Franziskanerkloster , gegründet 1235, am Südwestende der Stadt) circa 150,000 Bände.- An der Stelle der früheren Franziskanerkirche das Reithaus (1731), jetzt Saalbau.- Lesegesellschaften (alle Festgäste haben Zutritt): Museum am Barfüßerthore; Akademischer Club am Mönschsbrunnen neben der Post.- Buchhandlungen: Elwertísche Universitätsbuchhandlung [WS 3]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. vgl.[[1]]
  2. Ungefähr 570 exakte Gibsabgüsse von römischen und griechischen Skulpturen vgl.[[2]]
  3. Reitgasse 6 in der Oberstadt, seit 2013 Teil einer Büchereikette vgl.[[3]]