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waren, sich auch nicht in Folge einer ihnen unter diesen Umständen etwa eigenthümlichen Beschaffenheit, sondern durch eine von einem oder beiden Polen in der Röhre auf sie ausgeübte Wirkung zu Wasser verbunden hatten. Als die Pole, nachdem sie auf die verdünnte Schwefelsäure gewirkt hatten, von der Säule abgelöst, und in getrennte Röhren, die ein Gemeng von Sauerstoff- und Wasserstoffgas enthielten, eingeführt wurden, fand sich, daß der positive die Vereinigung der Gase bewirkte, der negative aber anscheinend nicht (588). Auch ward ermittelt, daß zwischen dem positiven Pol und Sauerstoff- oder Wasserstoffgas allein keine merkbare Wirkung stattfand.

568) Diese Erscheinungen führten zu dem Schluß, daß das Platin, nachdem es als positiver Pol der voltaschen Säule gedient hat, die Fähigkeit besitze, Sauerstoff- und Wasserstoffgas in gewöhnlichen und selbst niedrigen Temperaturen mit einander zu verbinden. Diese Wirkung ist, so viel ich weiß, ganz neu, und hat mich sogleich veranlaßt, zu ermitteln, ob sie wirklich elektrischer Natur sey, und in wie weit sie bei den elektro-chemischen Zersetzungen, welche im 14. Paragraph dieser Untersuchungen vorkommen, die Bestimmung der entwickelten Gasmengen stören würde.

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569) Es wurden mehre Platinplatten verfertigt (Taf. III Fig. 2). Die Breite derselben betrug nahe 0,5 Zoll, die Länge 2,5 Zoll, die Dicke bei einigen nicht mehr als Zoll, bei andern Zoll und bei noch andern Zoll. An jede war mittelst Gold ein 7 Zoll langer Platindraht angelöthet. Nun wurde eine Anzahl Glasröhren zubereitet; sie waren 9 bis 10 Zoll lang, inwendig von Zoll Durchmesser, an einem Ende hermetisch verschlossen und graduirt. In diese Röhren wurde über dem Wasser der pneumatischen Wanne ein Gemenge von zwei Volumen Wasserstoff- und einem Volume Sauerstoffgas gebracht, und dann eine der beschriebenen Platten, nachdem