Seite:Experimental-Untersuchungen über Elektricität 06.pdf/11

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Wirkung auf das Gemenge von Sauerstoff und Wasserstoff

590) Diese Versuche führten zu der Vermuthung, daß die die Vereinigung von Sauerstoff und Wasserstoff bewirkende Kraft, welche einem Stücke Platin dadurch, daß man es zum positiven Pol einer voltaschen Säule macht, eingeprägt werden kann, nicht wesentlich von der Wirkung der Säule abhänge, sondern von irgend einer Structur oder Anordnung der Theilchen, die es während der Verknüpfung mit der Säule erlange, die aber dem Platin zu allen Zeiten angehöre, und sich immer wirksam zeige, sobald nur dessen Oberfläche vollkommen rein sey. Und wiewohl sich denken ließ, daß das Platin, wenn es in Säuren den positiven Pol der Säule bildet, sich unter den für die Reinigung seiner Oberfläche wirksamsten Umständen befinde, so schien es doch nicht unmöglich, daß gewöhnliche Operationen dasselbe Resultat, wenn auch in minder ausgezeichnetem Grade hervorbringen würden.

591) Demgemäß wurde eine Platinplatte (569) durch Reiben mit einem Kork, etwas Wasser und etwas Kohlenfeuer-Asche auf einer Glastafel gereinigt, gut gewaschen und darauf in ein Gemeng von Sauerstoff und Wasserstoff gebracht. Es fand sich, daß sie anfangs langsam und darauf rascher wirkte. In einer Stunde waren anderthalb Kubikzoll Gas verschwunden.

592) Andere Platten wurden mit gewöhnlichen Sandpapier und Wasser gereinigt, andere mit Kreide und Wasser, andere mit Schmirgel und Wasser, andere mit Manganhyperoxyd und Wasser, und noch andere mit einem Stück Holzkohle und Wasser. Alle diese Platten bewirkten in Röhren mit einem Gemenge von Sauerstoff und Wasserstoff die Vereinigung dieser Gase. Die Wirkung war keineswegs so kräftig als bei Platten, die mit der Batterie in Verbindung gewesen waren; allein es verschwanden doch in Zeiträumen, die von 25 bis 80 oder 90 Minuten gingen, ein bis zwei Kbkz. von den Gasen.