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mein Häusgen noch dazu, wenn ers verlangte.

Rösgen. Guter, lieber Gürge, (umarmt ihn) vergieb mir, sey nicht böse: so lang ich lebe, will ich Dir gut seyn – so lang’ ich lebe, will ich Dich lieb haben.

Gürge. Der Geyer, Röse, Du mußt gewaltig viel auf Leute halten, die einen guten Handel treffen.

Rösgen. O vergieb mir, lieber Gürge, daß ich Dir Unrecht gethan habe: behalte meinen Brief, wenn Du ihn noch behalten willst – ich schwöre Dir’s zu, daß ich Dich lieb habe, daß ich niemanden haben will als Dich, und daß ich mich noch heute Abend mit Dir verloben will, wenn Du es haben willst, und wenn Du mir nicht gram geworden bist.

Gürge. Du hast mich wieder lieb? Ach, ich bin des Todes für Freuden! – Höre, liebe Röse, sags nicht noch einmal, daß du mich lieb hast: es könnte mir wieder ein Unglück begegnen. Laß mich Dich nur ansehen: ich will es schon aus deinen hübschen Augen herausstudiren, ohne daß Du mir es sagst.

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Anton-Wall (= Christian Leberecht Heyne): Die beiden Billets. Ein Lustspiel in einem Akt. Dyk, Leipzig 1790, Seite 38. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_beiden_Billets_(1790).pdf/38&oldid=- (Version vom 18.3.2020)