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ich kenn’ es recht gut: es ist noch ganz zerknötert, so lieb hab’ ichs gehabt. – Wie hats denn Rösen wieder können in die Hände kommen? – Und was sie mit der Regine will, weiß ich gar nicht. – Ich hab’ in meinem Leben keinem Mädel zu tief in die Augen geguckt, als Rösen. – Es hat mir geschwant, daß meine Freude nicht lange dauern würde: es war zu viel Glück auf einmal. – Er will sie also heurathen, in allem Ernste heurathen?

Schnapps. Freilich! wenn ich sie heurathe, so heurath’ ich sie in allem Ernste.

Gürge (weinerlich.) Hör’ Er, ich will Ihm einen guten Rath geben: Er thut wohl, wenn Er sich vor der Hand seiner Wege packt. Denn ich stehe Ihm nicht dafür, daß michs nicht anfängt in den Fäusten zu jucken. Und da könnt’ Er leicht so zusammengedroschen werden, daß Er in einem Jahre nicht ans Heurathen denken dürfte. Und apperpoh! was mir alleweile einfällt! Wenn nun das alles etwa eine Spitzbüberey von Ihm wäre? He? – Ich habe das Briefgen in der Tasche gehabt; das weiß ich gewiß. Wenn Ers nun herauspraktizirt hätte? He?

Empfohlene Zitierweise:
Anton-Wall (= Christian Leberecht Heyne): Die beiden Billets. Ein Lustspiel in einem Akt. Dyk, Leipzig 1790, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_beiden_Billets_(1790).pdf/28&oldid=- (Version vom 18.3.2020)