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wie ein Eisenhammer. – Ich werde nur künftig die Augen zumachen müssen, wenn ich mit Dir reden will. Denn sonst besinn’ ich mich auf nichts – (Halblaut zu ihr.) Aber höre, Rösgen, sags doch Schnappsen, daß er uns im Wege ist.

Rösgen (laut.) Mosge Schnapps kann immer bleiben: mir ist er nicht im geringsten im Wege.

Schnapps. Tausendsapperlot, wenn das schöne Rösgen so einen Brief an mich geschrieben hätte, als an einen gewißen hübschen jungen Burschen im Dorfe; ich scheute mich nicht, ihr im Antlitz der ganzen medizinischen Fakultät ein Küßgen zu geben. (Küßt sie.)

Gürge (stößt ihn weg.) Aber nur nicht noch einmal vor meinem Antlize: sonst will ich Ihn mit samt seinen Herrn Kollegen mit meiner geballten Faust so beantlizen, daß Ihr binnen zehn Minuten kein Antliz mehr haben sollt. (Leise zu Rösgen.) Du hast es ihm erzählt? He? Er weiß also alles? (Laut zu Schnappsen.) Lach’ Er nur, lach’ Er nur! Mags Ers doch wißen, daß mir Rösgen ein Billet geschrieben hat. Aber hör Er, ich will Ihm was sagen.

Empfohlene Zitierweise:
Anton-Wall (= Christian Leberecht Heyne): Die beiden Billets. Ein Lustspiel in einem Akt. Dyk, Leipzig 1790, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_beiden_Billets_(1790).pdf/22&oldid=- (Version vom 18.3.2020)