Seite:Die beiden Billets (1790).pdf/17

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

wenn Er sonst nichts hier zu suchen hat, so wünsch’ ich Ihm glückliche Reise.

Schnapps. Es bleibt ewig wahr: Undank ist der Welt Lohn. Da kam ich aus gutem Herzen und wollte Ihr ein gewißes Briefgen bringen, das im Dorfe herum läuft – – –

Rösgen. Ein Briefgen? – im Dorfe herum läuft? – was gehn mich denn die Briefgen im Dorfe an?

Schnapps. Es ist zwar kein Brief an Sie, sondern er ist an Gürgen: aber wie es allenthalben Lästermäuler giebt, so spricht das ganze Dorf, er wäre von dem hübschen Rösgen geschrieben. Aus Respekt für Ihren guten Namen wollt’ ich Ihr den Brief selber zu lesen geben: aber weil ich für meine Ehrlichkeit solche schlechte Reden kriege, so kann ich ihn wohl wieder hintragen, wo ich ihn hergekriegt habe. (Will gehn.)

Rösgen. Aber, lieber Mosge Schnapps, wo hat Er ihn denn her? – Zeig’ Er doch nur einmal!

Schnapps. Aber, liebes Jungfer Rösgen, wird Sie denn nun bald einsehen lernen, wers ehrlich meynt, und wer ein Schelm ist? –

Empfohlene Zitierweise:
Anton-Wall (= Christian Leberecht Heyne): Die beiden Billets. Ein Lustspiel in einem Akt. Dyk, Leipzig 1790, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_beiden_Billets_(1790).pdf/17&oldid=- (Version vom 18.3.2020)