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und wie ein angesporntes Rennpferd durch die schnell höher und höher werdenden Wogen dahinzuschießen. Schwarzes Gewölk stand am Himmel, und die Dunkelheit nahm von Minute zu Minute zu. Regenschauer prasselten herab, wie man sie in solcher Stärke nur in den Tropen erlebt. Aber die Brigg, ein erst vor wenigen Jahren auf einer Hamburger Werft erbautes Schiff, hielt sich vorzüglich. Drei Stunden währte das Unwetter nun schon, und Kapitän Eschler hoffte bestimmt, daß der Sturm bald etwas nachlassen werde. Wirklich nahm die Kraft der Windstöße langsam ab. Die Matrosen, die bisher alle Hände voll zu tun gehabt hatten, atmeten erleichtert auf. Leider zu früh …! Wieder kam eine wahre Sintflut vom Himmel herab, und diese Wassermassen, die gleichsam aus Eimern ausgeschüttet wurden, ließen die Umgegend keine zehn Schritte weit erkennen und übertönten auch das Geräusch einer Brandung, die gerade in der Fahrtrichtung des Seglers tobte. Als Kapitän Eschler das Donnern der gegen die Felsen anrennenden Wogen endlich hörte, war das Unheil nicht mehr aufzuhalten. Ein furchtbarer Stoß erschütterte die Brigg, und gleichzeitig brachen schwere Sturzseen über das tief liegende Vorschiff herein, schlugen die beiden Rettungsboote

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/8&oldid=- (Version vom 31.7.2018)