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bezeigte er Kapitän Eschler gegenüber eine geradezu rührende Anhänglichkeit, die besonders in seiner steten Fürsorge für dessen Töchterlein zum Ausdruck kam. Die beiden Kinder hatten sich bald miteinander angefreundet, und die kleine Lotte konnte sich kaum einen prächtigeren Spielgefährten denken als ihren „Heini“, wie sie Heinrich nach ihrem Geschmack umgetauft hatte.

Die Brigg war bisher vom Wetter außerordentlich begünstigt worden. Erst als man den Äquator passiert hatte, traten starke Nebel und Windstille auf, die es dem Kapitän tagelang unmöglich machten, die Lage seines Schiffes, das durch die Meeresströmungen trotz des fehlenden Windes weitergetrieben wurde, näher zu bestimmen. Am fünften dieser halbdunklen Tage, an denen die Brigg ständig von dichten, wallenden Nebelschleiern umgeben war, fiel dann das Barometer so plötzlich, daß der Kapitän mit dem Herannahen eines gefährlichen Sturmes rechnete und alle Vorkehrungen treffen ließ, um den Elementen mit Erfolg trotzen zu können. Nachmittags gegen fünf Uhr heulten die ersten Windstöße über die See hin, der Nebel zerflatterte und die „Marie“ legte sich vor den ersten Vorboten des Orkanes mit prall gefüllten Sturmsegeln auf die Seite, um sich aber sofort wieder aufzurichten

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/7&oldid=- (Version vom 31.7.2018)