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brasilianischen Handelsstadt anlangten und die langen Reihen der dort vor Anker liegenden Dampfer und Segelschiffe passierten, sprang das kleine Mädchen, das bisher neben Goretzki am Ruder gesessen hatte, plötzlich auf und deutete mit vor Freude glänzenden Augen auf eine Brigg, die am Stern mit weißen Buchstaben den Namen „Marie“ trug.

Wenige Worte genügten, um Goretzki zu veranlassen, sofort den Kurs zu ändern und auf den Segler zuzuhalten. Und keine zehn Minuten später hing Lottchen am Halse ihres Vaters, der sein einziges Kind schon als tot tief betrauert hatte. – Kapitän Eschler konnte gar nicht genug Worte finden, um Heinrich und auch dem früheren Kassierer für all die Fürsorge zu danken, mit der sie die Kleine umgeben hatten. Später berichtete er dann, daß die Brigg dem Unwetter trotz des Verlustes des Vordermastes glücklich entronnen und von einem Dampfer nach Pernambuco geschleppt worden sei. Er hatte längst jede Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seinem Kinde aufgegeben.

Friedrich Goretzki erstattete seinem einstigen Chef die gestohlene Summe voll und ganz zurück und ging wirklich straffrei aus. Er war in der Einsamkeit jenes Eilandes von Grund auf ein anderer Mensch geworden, und die Summe, die

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/64&oldid=- (Version vom 31.7.2018)