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die Papiere. Der Knabe konnte hierbei nicht viel helfen und ließ sich daher von Goretzki aus dessen Bibliothek eine Schilderung der Deutschen Freiheitskriege geben, in die er sich eifrig versenkte, während der frühere Kassierer sich mit der Übersetzung der in portugiesischer Sprache abgefaßten Urkunden abmühte. Nur hin und wieder wechselten sie einige Worte. Goretzki schien sich bei seiner Arbeit, die offenbar seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, nicht gern stören zu lassen. Heinrich gähnte hin und wieder verstohlen, wollte aber doch nicht zur Ruhe gehen, da er sehr begierig darauf war zu erfahren, was die Aufzeichnungen enthielten.

„Du hast mit Deiner Vermutung, die Du mir gegenüber heute Vormittag äußertest, wirklich recht gehabt, mein Junge“, begann jener ernst und sinnend. „Der Tote in der Kiste ist ein portugiesischer Seeräuber namens Porfirio Munez, der in den Jahren von 1680 bis 1703 die Küsten Südamerikas unsicher machte und hier auf unserer Insel seinen Schlupfwinkel hatte. Die Bücher hat er selbst mit Schilderungen seiner Abenteuer und Verbrechen angefüllt. Die anderen Papiere sind Dokumente von Schiffen, die er geplündert hat. Seine Aufzeichnungen gehen bis zum Dezember 1708. Hinter diesen letzten Eintragungen

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 57. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/58&oldid=- (Version vom 31.7.2018)