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zwei deutsche Bücher über Brasilien und Südamerika.

Wieder vergingen zwei Wochen, in denen das Wetter zumeist schön blieb und nur vereinzelte Regenschauer und Gewitter niedergingen.

Heinrich war es während dieser Zeit zu seinem großen Bedauern nicht möglich gewesen, seinen Plan, die Geheimnisse des Fremden zu ergründen, auszuführen. Dies lag daran, daß bei der kleinen Lotte plötzlich ein trauriger Stimmungswechsel stattgefunden hatte. Die Sehnsucht nach dem Vater war bei ihr erwacht, und oft genug weinte sie ganze Stunden lang fassungslos vor sich hin, ohne daß sie sich von dem Freunde trösten ließ. Dieser wagte es daher nicht, das Mädelchen längere Zeit allein zu lassen, besondere nicht in der Nacht, da die Kleine häufig genug in der Dunkelheit von Heimweh befallen wurde und dann stets ängstlich den Gefährten an ihre Seite rief. Gewiß – der verständige Junge versuchte durch allerlei Mittel seine Kameradin zu zerstreuen und ihre Gedanken abzulenken. Er schnitzte ihr Spielzeug und auch Puppen, für die sie dann aus den in den Kisten der zweiten Höhle gefundenen Gewändern Kleider anfertigen mußte. Zu diesem Zweck hatte er von dem Schutzgeist durch einen Zettel eine Schere und Nadel und

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 34. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/35&oldid=- (Version vom 31.7.2018)