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wohl, daß die Zukunft Europas im Schooße jenes Landes ruht. Der mächtige Aufschwung des preußischen Staats, die industrielle Ausdehnung Oesterreichs, die Concentrirung der einzelnen Stämme und Gebiete durch den Zollverein und die Eisenbahnen, Alles dieses zeigt, daß der Stern jener Nation erst im Aufgehen begriffen ist. Wem kann es wichtiger sein, die Entwickelung desselben zu beobachten, als Belgien, das die Garantie seiner Zukunft nur in einem klaren Verständniß der Weltlage findet, und in dem klugen Begreifen, welche Kraft in auf- und welche in absteigender Linie sich bewegt.

Wir haben uns, um nach dieser Seite nützlich werden zu können, der Mitwirkung einiger trefflicher Schriftsteller versichert, von denen jeder in seinem Fache zu den besten Namen zählt, welche die deutsche Literatur gegenwärtig aufzuzeigen hat.

Einen nicht minder edlen Wirkungskreis aber sehen wir uns andererseits eröffnet als Dollmetscher des reichen belgischen Lebens bei seinem deutschen Nachbar. Der kräftige Pulsschlag des Volkes, die mannichfache Reibung zwischen den gallischen und germanischen Elementen, zwischen dem Naiven und Raffinirten, zwischen alten und neuen Institutionen, die glänzenden Erzeugnisse der Kunst, der phantastische Eifer einer sich entwickelnden Literatur, die Riesenthätigkeit der Industrie, die merkwürdigen Resultate des Associationswesens – ein unermeßlicher Stoff, für den man sich begeistern muß, auch wenn man nicht in der Mitte dieses reichen Landes wohnt, unter der steten Aufregung seiner Eindrücke, unter dem täglichen Stachel seiner aufreizenden Lebensthätigkeit.

Auch auf diesem Gebiete haben wir uns mit den gehörigen Kräften zu versehen gesucht, und da wo unsere Kenntniß der Landeszustände unzureichend ist, haben uns mehre der besten belgischen Schriftsteller ihren Beistand zugesagt, und wir werden es uns angelegen sein lassen, die Beiträge, die wir dieser Art in flamändischer oder französischer Sprache erhalten, der Art wiederzugeben, daß ihnen von ihrem ursprünglichen Gepräge so wenig als möglich geraubt werden soll.

Wir gehen mit Eifer und inniger Wärme an unser Werk; möge der Erfolg uns nicht verlassen.

Brüssel, den 28. September 1841.
I. Kuranda.     



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verschiedene: Die Grenzboten, 1. Jahrgang. Herbig, Leipzig 1841, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Grenzboten_1-1841.pdf/19&oldid=- (Version vom 31.7.2018)