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de Keysers, welches durch besondere Umstände nach Deutschland verschlagen wurde, und in Frankfurt, Leipzig etc. zur Ausstellung kam. Dieses Bild hat bei der deutschen Kritik eine unendliche Begeisterung hervorgebracht, während man es in Belgien bloß als ein Bild zweiten Ranges betrachtet, welches keinen Vergleich aushält mit den andern Schöpfungen de Keysers, Gallaits, Wappers etc. Und Geefs, und Verboekhoven, und Brakelaer, und der ganze Phalanx der herrlichen belgischen Maler und Bildhauer, wie wenig ist er in Deutschland gekannt! Und was ist die Folge? Der belgische Künstler, der lange genug auf die Theilnahme des kunstverwandten Deutschlands vergebens gewartet hat, zieht es vor, seine Bilder nach Paris zur Ausstellung zu senden, wo man durch Bewunderung, Beifallsbezeugungen und Ehrenkreuze ihn zu belohnen und seiner Nation zu schmeicheln sucht. Welch ein glänzender Vortheil könnte daraus entstehen, wenn die deutschen und belgischen Malerschulen sich einander die Hand reichten und gegenseitig ihre Werke zur Ausstellung sich zusenden würden. So aber mußten wir es erleben, daß unlängst, da die Durchreise unseres Cornelius von einem Zeitungsblatte angezeigt wurde, ein bekannter belgischer Maler uns fragte, wer denn Cornelius sei; und Bendemann brachte den ganzen Sommer in Ostende zu, ohne daß man auf den Namen und die Anwesenheit des Meisters im Mindesten aufmerksam gewesen wäre.

Diese und ähnliche Umstände haben wir bei der Begründung dieser Blätter im Auge. Eine große und edle Aufgabe sehen wir vor uns liegen: Zwei Länder, die von der Natur, von der Geschichte, von unzähligen innern und äußern Beziehungen, geistigen und materiellen Lebenspulsen dazu bestimmt scheinen, in dem innigsten Verständniß, in dem freundlichsten Verkehr mit einander zu gehen, stehen durch eine Reihe von Vorurtheilen, durch ein Verkennen ihres gegenseitigen Interesses schroff und fremd einander gegenüber. Diese Vorurtheile zu heben, dieses Verkennen auszurotten, die Scheidewand zu untergraben und die Brücke zu einer geistigen Vereinigung und gegenseitigen Anerkennung zu bauen, ist eine Aufgabe des besten Strebens würdig. Diese Aufgabe sollen diese Blätter unveränderlich im Auge behalten. Eine zweifache Arena sehen wir unserer Thätigkeit eröffnet. Indem wir einerseits ein deutsches Organ in einem fremden Lande eröffnen, glauben wir den in diesem Lande einzeln zerstreuten, dem deutschem Geistesleben verwandten und geneigten Elementen einen Mittelpunkt zu bieten. Wir denken die Kenntniß deutscher Zustände den damit unbekannten Personen dadurch zu erleichtern, daß wir eine Tribüne in ihre Mitte schieben, die über das geistige, sociale und geschichtliche Leben der deutschen Nation manche nöthige Aufschlüsse geben kann. Wer die ungeheuren Fortschritte, die Deutschland in seiner neuesten Zeit gemacht, in allen Folgen erfaßt, dem ahnt es

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verschiedene: Die Grenzboten, 1. Jahrgang. Herbig, Leipzig 1841, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Grenzboten_1-1841.pdf/18&oldid=- (Version vom 31.7.2018)