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verschiedene: Die Gartenlaube (1864)

No. 52. 1864.
Die Gartenlaube.

Illustrirtes Familienblatt. – Herausgeber Ernst Keil.

Wöchentlich 1 1/2 bis 2 Bogen. Durch alle Buchhandlungen und Postämter vierteljährlich für 15 Ngr. zu beziehen.

An unsere Leser.

Trotz der mannigfachen Nachahmungen und trotz der Gegner, welche unserm Blatte neuerdings erstanden sind, haben wir die Genugthuung, daß die Verbreitung der Gartenlaube sich abermals und nach allen Gegenden hin sehr wesentlich gesteigert hat, indem derselben seit Beginn dieses Jahres wiederum eine Zahl von weit über Zehntausend neuen Abonnenten zufloß. Diese nachhaltige und fort und fort wachsende Theilnahme des Publicums ist der beste Beweis, daß wir, wie Rückschrittsmänner und Finsterlinge auch gegen unsere Zeitschrift eifern mögen, mit dem von uns Gebotenen nach wie vor auf dem rechten Pfade geblieben sind, den wir auch künftig unbeirrt verfolgen werden, treu unserem Banner – Volksbelehrung und Humanität – und neben dem guten Ziele die schöne Form fest im Auge.

Die als trefflich anerkannten Beiträge einesBock, Beta, Brehm, Schulze-Delitzsch, Karl Vogt, Ludwig Storch, Fr. Gerstäcker, Georg Hiltl, Levin Schücking, Johannes Scherr, Temme, G. Hammer, K. A. Heigel, Julius Rodenberg, Roderich Benedix, Ernst Förster, Arnold Schloenbach, G. Rasch, L. Ernesti, Ludwig Steub, Ludwig Walesrode u. s. w. werden auch den Jahrgang 1865 zieren und unter vielen anderen ausgezeichneten Aufsätzen im nächsten Quartale die nachverzeichneten interessanten Artikel zum Abdruck kommen:

Gleich und Gleich. Erzählung von Melchior Meyr. – Der Richter. Von Temme. – Erkauft und erkämpft. Novelle von Johannes Scherr. – Ein Hochthal auf Island. Von Karl Vogt. Mit Illustration. – Ein Abend bei Heinrich Heine. Von H. M…n. – Aus einem Leipziger Künstleratelier. Mit dem Portrait Karl Werner’s von A. Neumann. – Unter dem Wasserfall. Von Brehm. Mit Illustration von H. Leutemann. – Die deutsche Schillerstiftung. Von Fr. Gerstäcker. – Aus dem Leben eines deutschen Naturforschers. Mit dem Portrait Berthold Sigismund’s. – Heim aus dem Exile. Mit dem Portrait K. Struve’s. – Bilder aus der Berliner Industrie. Von Dr. Levinstein. – Des Freiherrn von Trenck’s Gefängnißbibel und ihre Blutschrift. – In der Region der Gemsen. Von Ludwig Steub. Mit Illustration von Th. Pixis. – Die deutsche Wissenschaft in England. Mit dem Portrait Max Müller’s. – Die weiße Magie und ihre Geheimnisse. – Ein Capitel aus der deutschen Martyrologie. Von Johannes Scherr. – Nordischer Kampf. Mit Illustration nach einem Gemälde von Tidemand. – Nachklänge aus dem letzten Kriege in Schleswig. Mit Illustration von Paul Thumann. – Aus der deutschen Weinstadt. Von Ludwig Storch. Mit Illustrationen. – Die Christnacht in den Alpen. Mit Illustration von Stauber. – Bilder aus der kaufmännischen Welt. 3. H. Gerson’s Bazar in Berlin. – Das Werk eines deutschen Bürgers. Von Ludwig Walesrode. Mit Abbildung der Lebensversicherungsbank für Deutschland zu Gotha. – Ein König der deutschen Industrie. Von M. M. v. Weber. Mit Abbildungen aus dem Krupp’schen Etablissement in Essen. – Die nationale Bedeutung der Genossenschaft. Von Schulze-Delitzsch. – Aus den Erinnerungen eines Gefängnißinspectors. – Verkümmerte Existenzen. Von Roderich Benedix. – Uebersicht des Neuesten aus dem Gebiete der Industrie und Technik. – Bei dem Lumpenhändler. Von Professor Dr. H. Schwarz in Breslau. – Eine Quelle des Uebels in der Küche. – Der Kampf der Dominicaner und Franciscaner. Von Alfred Meißner. – Specialmittheilungeu aus Amerika. – Aerztliche Kinderstubenpredigten. Von Bock. 1. Gewöhnung zur Gesundheit.

Von den am Schlusse den letzten Vierteljahrs angekündigten Beiträgen, die bis jetzt noch keine Aufnahme in unserer Zeitschrift finden konnten, werden im nächsten Jahrgang erscheinen: Der baierische Hiesel. Ein Bild aus dem Volksleben. Von Herman Schmid (beginnt in einer der nächsten Nummern von 1865). – Glanz und Elend. Böhmisches Industriebild. – Ein seltener Mönch. Von Gustav Steinacker. Mit Illustration. – Ein Tag im Harem. Mit Illustrationen nach persischen Originalbildern. – Eine Tochter Nürnbergs. Deutsches Culturbild. – Aus den Sclavenstaaten. Von einem deutschen Naturforscher. I. Der Negerball. II. Das Haus des Creolen. – Geschichte den Claviers.

Leipzig, im December 1864.

Die Redaction. 




Er kommt nicht.
Erzählung von Karl August Heigel.
(Schluß.)

Auf Gustav’s Pochen wurde die Hausthür aufgeschlossen, und Frau Flemming’s Diener, ein weißhaariger Alter, begrüßte Gustav mit sichtlicher Freude. „Gott sei Dank,“ sagte er, „Gott sei Dank, daß Sie da sind! Welche Nacht, welche Angst!“

„Schläft meine Mutter?“

„Freilich, freilich,“ entgegnete der Diener, „und wir müssen recht leise sein, denn wenn Ihre Frau Mutter erwachte und erführe, daß Sie während des Spectakels in der Stadt gewesen sind – ich glaube, sie wäre jetzt noch halb todt vor Schrecken … Ihre Frau Mutter nämlich,“ fuhr er erzählend fort, „legte sich

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verschiedene: Die Gartenlaube (1864). Ernst Keil’s Nachfolger, Leipzig 1864, Seite 817. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Gartenlaube_(1864)_817.jpg&oldid=- (Version vom 14.9.2022)