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Priester geweiht. Vom 1. April 1597 bis 16. Jänner 1601 war er Prior und nach dem Tode des Abtes Johannes VI. zugleich Administrator des Stiftes, bis er am 16. Jänner 1601 zum Abt erwählt wurde. Wegen der herabgekommenen Vermögensverhältnisse des Klosters wurde er am 28. Sept. 1610 suspendiert und am 22. Februar 1613 gänzlich abgesetzt. Er starb am 4. Oct. 1613 an der damals herrschenden Pest. Die Hofbibliothek in Wien bewahrt handschriftlich (Nr. 8305):

Explicatio tabulae hieroglyphicae Austriacae a Paulo Abbate et Conventu S. Crucis Imp. Mathiae oblata (10 Bll. 4°).

(Höffner. – Xenia Bernardina P. III. 76.)

394. Matthias Gülger

(al. Gilger, Gülcher) war zu Lüttich geboren, kam wahrscheinlich 1588 nach Österreich und legte 1589 seine Profess ab. 1590–1593 war er Prior. 1598 unternahm er eine Reise zum General-Capitel nach Cîteaux, wurde hierauf mit Erlaubnis des Generalabtes Prior in Neuberg und auf dessen Wunsch am 8. Juli 1599 als Abt nach Neukloster postuliert. (Dieses Datum ist in dem Schreiben angegeben, in welchem der Generalabt dem Abte von Reun die Confirmation der Postulation aufträgt. Die Abschrift des Confirmations-Instrumentes hingegen, welche im Archive von Reun sich findet, hat den 13. Mai 1600 als Wahltag.) Nach dem Tode des Abtes Georg Freyseisen wurde er am 21. August 1605 als Abt nach Reun berufen und am 30. August daselbst feierlich installiert. Durch das Schreiben des Generalabtes vom 23. Mai 1609 wurde er zum Generalvicar des Ordens für die österreichischen Länder ernannt und ihm zugleich vom General-Capitel der Auftrag gegeben, das Stift St. Gotthard in Ungarn wieder für den Orden zu gewinnen. Wenn er auch das letztere nicht vermochte, so gelang es ihm doch, das ausgestorbene Cistercienser-Nonnenkloster Schlierbach wieder zurückzuerwerben und mit Mönchen aus Reun zu besetzen (1620). Hochverdient um sein Stift und den Landesfürsten starb er am 18. (al. 15.) Mai 1628 und wurde in der Stiftskirche zu Reun begraben, wo ihm die steiermärkischen Stände ein Denkmal errichten ließen.

(Catal. alphab. – Höffner. – Xenia Bernardina P. III. 16, 80.)

395. Johannes Seemair

legte 1591 die Profess ab und machte hierauf seine theologischen Studien in Wien. 1597 und

Empfohlene Zitierweise:
Florian Watzl: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. In Commission der Verlagsbuchhandlung ‚Styria‘, Graz 1898, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Cistercienser_von_Heiligenkreuz.pdf/72&oldid=- (Version vom 18.6.2020)