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Erlaubnis des Abtes Gerhard eine Reise nach Constantinopel, indem er sich der dorthin abgehenden kaiserlichen Gesandtschaft anschloss, besuchte hierauf das heilige Land und kehrte am 3. Sept. 1720 wohlbehalten zurück. Vom 6. Jänner 1721 bis 23. Februar 1726 war er Küchenmeister, seit 23. Februar 1726 Bibliothekar und seit 14. August 1726 Novizenmeister, welche Ämter er beibehielt, bis er am 13. Sept. 1728 zum Abt gewählt wurde. Er erhielt als solcher am 7. Oct. 1728 die kaiserliche Bestätigung, wurde am 21. Oct. installiert und am 26. Sept. 1746 zum Generalvicar ernannt, feierte am 24. August 1754 seine Jubelprofess und starb am 15. August 1755 zu Wien. Seine Leiche wurde ins Stift überführt und in der sogenannten Todtenkapelle beigesetzt. Von ihm erschien im Drucke:

Incunabula Verbi incarnati et lectulus morientis Hierosolymis a … Domino Roberto … arduo olim itinere in Palaestinam suscepto pervestigata 1719 et 1720; ex autographo Itineris eiusdem Diario fideliter descripta et publici iuris facta opera Patrum Cisterc. Campililii degentium. 1731. Gr.-8°.

Von dieser Schrift wurde eine deutsche Übersetzung veranstaltet unter dem Titel:

Der andächtige Pilgrim oder Wahrhafftige und Merkwürdige Beschreibung der Reise, welche … Herr Robertos Leeb zum heil. Creuz nunmehro Abbt in das heilige Land und nach Jerusalem glücklich hinterleget. Aus dem Lateinischen im Teutsche übersetzt. Jasander. Nürnberg bei J. A. Schmidt 1740. 8°.

Handschriftlich bewahrt von ihm die Stiftsbibliothek (Cod. 488):

Sciatherion cosmicum seu Horologium solare per globum terraqueum umbra naturali noctem diemque dividente tempus designans ad Elev. Poli grad. 48 Minut. 22; ad Longit. vero grad. 36 min. 4 (primo meridiano in Teneriffa Canariarum statuto) erectum.

614. Heinrich Schillinger

wurde zu Wien am 23. Sept. 1686 geboren, legte am 29. Sept. 1704 die Profess ab und feierte am 29. Sept. 1710 seine Primiz. Er wirkte zunächst 13. Juni 1711 bis 28. Jänner 1713 als Cooperator von Alland, 28. Jänner 1713 bis 31. August 1718 als Vicar von Gaden (als solcher war er 1713 zur Zeit der Pest Expositus für die Kranken in der Umgebung des Stiftes), 1. Sept. 1718 bis 22. März 1719 als Cooperator in Niedersulz und 8. Februar bis 11. Mai 1720 als Registrator. Im Mai 1720 kam er als Cooperator nach Mönchhof, wo er bis Oct. 1726 blieb, wirkte im Stifte c. 1729 bis c. 1732 als Schaffner der hinteren Waldungen und war hierauf

Empfohlene Zitierweise:
Florian Watzl: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. In Commission der Verlagsbuchhandlung ‚Styria‘, Graz 1898, Seite 153. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Cistercienser_von_Heiligenkreuz.pdf/170&oldid=- (Version vom 25.6.2020)