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schwer verletzt, dass er schon nach zwei Stunden starb. Im westlichen Flügel des Kreuzganges fand er sein Grab. Das Nekrologium rühmt ihn als „singularis confratrum amator“. Bei der Wahl im Jahre 1728 war er nächst dem erwählten Abt Robert Leeb der stärkste Candidat.

597. Christoph Rosenberger,

am 26. Nov. 1679 zu Coblenz am Rhein geboren, legte am 1. Nov. 1696 die Profess ab und feierte am 6. Jänner 1704 seine Primiz. Wegen des drohenden Einfalles der ungarischen Malcontenten erhielt er zu Beginn des Jahres 1704 mit Fr. Tescelin (Nr. 610) die Erlaubnis, anderswo zu hospitieren; die beiden kamen bis Venedig, kehrten aber, da sie im Kloster Hortus B. M. V. nicht aufgenommen wurden, wieder nach Deutschland zurück, wo sie in Langheim eine gastliche Stätte fanden (Juli 1704). Im nahegelegenen Coburg kam ihnen aber ein unglückseliger Gedanke: beide apostasierten zum Protestantismus. Fr. Tescelin wurde wegen seiner musikalischen Kenntnisse vom Herzog Wilhelm Emst von Sachsen-Weimar in seine Kapelle aufgenommen, während Christoph vom Herzoge unterstützt wurde, um an der Universität Jena Griechisch studieren zu können. Aber bald bereute er seine Apostasie, er wandte sich an Abt Marian mit der Bitte um Verzeihung und um die Erlaubnis, einige Jahre in einem Cistercienserkloster, wo man von seinem Fehltritte nichts wisse, hospitieren zu dürfen, was ihm von Abt Gerhard, da Marian inzwischen (27. Juni 1705) gestorben war, bewilligt wurde. Er hielt sich nun von Allerheiligen 1706 bis Ostern 1707 in Engelszell, dann bis 7. Mai 1708 in Säusenstein und hierauf bis 13. April 1709 in Zwettl auf und kehrte endlich wieder ins Stift zurück. Vom 10. Nov. 1710 bis 22. März 1712 war er nun Cooperator in Mönchhof, trug hierauf im Stifte Philosophie vor und wirkte vom 6. März 1715 bis 1. Juni 1716 als Registrator. Doch den unruhigen Mann litt es nicht im Stifte. Mit Erlaubnis des Abtes wandte er sich nach Ungarn, fungierte dort mit den P. P. Jesuiten in Belgrad und Gran als Missionär und starb am 2. März 1719 an letztgenanntem Orte, wo er auch begraben wurde. „Erat vir mirae sagacitatis bonique talenti, sed hoc fodisse in terram iudicabatur“ (Höffner). Von ihm erschienen im Druck:

1. Icones autonomasticae, physiologicae, juridicae, in celeberrimo ... Athenaeo S. et exempti Ord. Cist. B. M. V. ad S. Crucem a P. Christophoro

Empfohlene Zitierweise:
Florian Watzl: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. In Commission der Verlagsbuchhandlung ‚Styria‘, Graz 1898, Seite 145. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Cistercienser_von_Heiligenkreuz.pdf/162&oldid=- (Version vom 19.6.2020)