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sich in seine Heimat, wo er 24. Oct. bis 24. Nov. 1683 die Pfarre Johannesberg administrierte, war dann Feldprediger bei den schlesischen Landestruppen und beim Regimente des kaiserlichen Obersten Beck, nahm am 8. Mai 1686 in Ungarn seinen Abschied und kehrte ins Stift zurück. Vom 25. Juli 1686 bis 14. Oct. 1691 war er nun Succentor und vom 10. Nov. 1690 bis 14. Oct. 1691 Pfarrverweser in Heiligenkreuz. Er verfiel hierauf in eine Geisteszerrüttung, die ein Jahr dauerte, wurde dann vom Abte Clemens für einige Zeit in seine Heimat entlassen, um sich ganz zu erholen und seine verarmte Mutter zu unterstützen, fieng aber dort derart an der Gicht zu leiden an, dass er nicht mehr nach Heiligenkreuz zurückkehren konnte. Nach langem Siechthum starb er am 25. April 1699 und wurde in Glatz in der Gruft des Jesuitencollegiums begraben. Er wird als ausgezeichneter Musiker gerühmt. Handschriftlich ist von ihm vorhanden:

Definitiones ordinationesque Sac. Ord. Cisterciensis, in capitulis tum generalibus tum particularibus ad observandum propositae. In celeb. Aust. infer. S. Crucis coenobio conscriptae et indice alphabetico locupletissimo donatae per fr. Florianum Reichel, eiusdem Monasterii professum indignissimum anno 1673. (Cod. 343 der Stiftsbibliothek.)

550. Stephan Molitor

wurde am 29. September 1642 zu Schlüchtern in Hessen-Nassau geboren und legte als Laienbruder am 6. Jänner 1670 die Profess ab. „Pictor in floribus praecipue pingendis excellens“, sagt von ihm Höffner. Abt Clemens suchte sein Malertalent weiter ausbilden zu lassen und sandte ihn deshalb im April 1684 nach Venedig, wo er bis zum Sommer 1686 blieb. Nach seiner Rückkehr arbeitete er eine Zeitlang im Atelier des Malers Adrian Bloem in Wien, hospitierte hierauf in Baumgartenberg, hielt sich 16. Nov. 1688 bis 12. Jänner 1692 im Stifte auf und verbrachte seine letzten Lebenstage in Wien, wo er am 12. Dec. 1695 starb. Er wurde im Stifte begraben. Er malte die Bilder, Scenen aus dem Leben des heil. Bernhard darstellend, welche noch jetzt den Nordflügel des Kreuzganges schmücken.

551. Andreas Bürgholz

war am 6. Juli 1651 zu Breslau geboren, legte am 16. Februar 1670 die Profess ab, vollendete seine philosophischen und theologischen Studien in Wien und feierte am 2. Juli 1676 seine Primiz. Er administrierte 3. Juni

Empfohlene Zitierweise:
Florian Watzl: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. In Commission der Verlagsbuchhandlung ‚Styria‘, Graz 1898, Seite 121. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Cistercienser_von_Heiligenkreuz.pdf/138&oldid=- (Version vom 24.6.2020)