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Stadt auf einen abermaligen Kampf ankommen zu lassen. Die Bewohner der Stadt, die Einäscherung derselben befürchtend, hatten sich hiergegen jedoch so kräftig ausgesprochen, daß dieser Plan aufgegeben wurde und die noch in der Stärke von ohngefähr 1800 Bewaffneten beisammen befindlichen Insurgenten die Stadt verließen. Von hier an zerstreuten sie sich entweder gänzlich oder suchten in kleineren Haufen das insurgirte Südwest-Deutschland zu gewinnen.

Auch die Provisorische Regierung, nebst Bakunin, begab sich von Freiberg weiter nach Chemnitz, wo sie zwar bei der Ankunft sich noch als regierende Behörde geltend machen wollte, wo jedoch in der Nacht ein paar entschlossene Männer hinreichten, sich der Personen Heubner’s und Bakunin’s zu bemächtigen und sie nach Dresden abzuliefern. Dem radikalsten Mitgliede der gesprengten revolutionären Regierung, Tzschirner, gelang es sich zu retten.

In Dresden war mittlerweile zunächst folgende Bekanntmachung erschienen:

„Dresden am 9. Mai 1849.“
„Seit halb zehn Uhr Morgens schweigt das Feuer. Die ganze Altstadt ist in der Gewalt der Truppen. Die Rebellen fliehen nach allen Seiten.
Ministerium des Innern.
Richard von Friesen.“

Hierauf folgte nachstehende Königliche Proklamation:

„An das Sächsische Volk.“
„Sachsen! schwere Gefahr droht unserm schönen Vaterlande! Eine Anzahl theils Uebelgesinnter, theils Verführter, in Verbindung mit fremden Bösewichtern, sind bemüht, das Band zu lockern, welches seit Jahrhunderten Sachsens Volk mit seinen Fürsten verbunden hat. Sie
Empfohlene Zitierweise:
Friedrich von Waldersee: Der Kampf in Dresden im Mai 1849. E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1849, Seite 215. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Kampf_in_Dresden_im_Mai_1849.pdf/228&oldid=- (Version vom 31.7.2018)