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Seite:Der Held von Berlin.pdf/151

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vernommen. Sie erzählte nichts von ihrer Liebe, weil sie fürchtete, Peter zu schaden. Sie sagte auch nicht, dass sie ihn am Abend der Premiere in ihre Garderobe eingeladen hatte und dass er dort mit Bara in Zwist geraten war. Sie wollte das rettende Märchen von dem Ritter, der für Fatma Nansen getötet hatte, nicht zerstören.

„Wie kam es, dass der Beschuldigte in Ihre Pension gezogen ist?“

„Ich habe ihn dazu überredet,“ sagte sie leise. „Er tat mir leid. Ich sah, wie schlecht es ihm ging.“

„Haben –,“ der Richter malte Kringel auf das Papier, das vor ihm lag, – „zwischen Ihnen und dem Angeklagten intimere Beziehungen bestanden?“

„Wie meinen Sie das?“ wich Jo aus. Der Richter hob den Kopf, sah sie scharf an und sagte:

„Sie werden doch wohl wissen, was intimere Beziehungen zwischen Mann und Frau sind.“

„Nein,“ sagte sie, „intimere Beziehungen haben zwischen uns nicht bestanden.“

„Sie haben dann die Nacht nach dem Mord mit dem Beschuldigten die Rolle Baras geprobt?“

Jo nickte.

„Wie kamen Sie dazu?“

„Heise stürzte in mein Zimmer und bat mich so flehentlich um meine Kritik und Hilfe, dass ich nachgab.“

Empfohlene Zitierweise:
Alfred Schirokauer: Der Held von Berlin. Typoskript, Berlin o. J., Seite 150. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Held_von_Berlin.pdf/151&oldid=3263582 (Version vom 31.7.2018)