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Falkenburg.

Von der mächt’gen, stolzen Veste,
Einst zu Schutz und Trutz erbaut,
Alte, morsche Mauerreste
Jetzt nur noch der Wandrer schaut.

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Wo in grimmer, wilder Fehde

Dröhnend Speer und Schild geklirrt,
Bau’n die Vögel ihre Nester
Und sein Liedlein singt der Hirt. –

Lass’ uns bei dem Farrnbusch träumen! –

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Traumgott, leih’ des Schleiers Flor! –

Sieh, aus den verfallnen Räumen
Tritt ein Zauberweib hervor.
Phantasie, die allgewalt’ge,
Baut aus moos’gem Trümmerhauf,

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Was der Zeit zum Raub gefallen,

In der alten Schönheit auf.

Schlachtgesänge tönen brausend
Aufwärts zu der Burg vom Feld;
Wurfgeschosse schwirren sausend
Nieder auf der Feinde Zelt.

20
Wie des Kriegsvollks eh’rne Woge

Auch an Wall und Mauern fliegt,
Falkenburg, die stolze Veste,
Keiner hat sie je besiegt!

Mürrisch dreht der Feind den Rücken,

25
Zitternd vor der Falkenklau’! – –

Schaue, an des Burghofs Brücken
Steht nun eine hohe Frau.
Eines Ritters Roß bei’m Zügel
Faßt sie, und den Ritter dann

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Fleht die Fürstin an um Gnade

Für den kriegsgefangnen Mann.

Braunschweigs Herzogin, die gute,
Spricht die Sage alter Zeit,
War’s, die nun und nimmer ruhte,
Bis den Gatten sie befreit.

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Sturm und Wetter brach die Mauern

Und der Rost zerfraß das Erz,
Doch das Lied der Gattentreue
Lebt noch in des Volkes Herz! – –

Um das Haidkraut summt die Biene,

40
In der Luft der Falke schreit. –

In das Grab sinkt die Ruine,
In das Grab die alte Zeit,
Doch Romantik legt die Kränze
Sinnend auf’s Versunkne hin,

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Und dem Dichter macht’s lebendig

Phantasie, die Königin.

 Emil Rittershaus.

Empfohlene Zitierweise:
: Das Hermanns-Denkmal und der Teutoburger Wald. Meyer, Detmold 1875, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Hermanns-Denkmal_und_der_Teutoburger_Wald.pdf/42&oldid=- (Version vom 31.7.2018)