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gehalten wurden, welche des Vormittags dem Pfarrgottesdienste nicht beywohnen konnten. Allein die gute Absicht wurde aus mancherley Ursachen wieder größtenteils vereitelt, entweder weil die Prediger nur dem Namen nach Prediger waren, oder selbst die wahre Absicht dieser Anstalt nicht kannten, oder weil nun auch die Lebensart beynahe ganz abgeändert ist. Ein großer Theil der bürgerlichen Einwohner, die Handwerkspursche und Dienstboten weiblichen Geschlechts durchgehends, kommen höchst selten in eine Predigt, wenn ihnen auch Geschäfftlosigkeit an den Sonn- und Feyertagen des Nachmittags erlaubt in eine zu gehen, sondern vertändeln auch den Frühgottesdienst mit Plaudern und Schwätzen oder in den Armen des Geliebten auf Promenaden, auf dem Wall und andern Plätzen der Ergötzung; und doch ist es dringendes Bedürfniß, daß man es bey dieser Classe nicht bey dem ersten oberflächlichen Unterricht in der Religion bewenden lasse.

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 Diesem Bedürfnisse nun abzuhelfen, hat der weise Fürstbischoff verfüget, daß in Zukunft an allen Sonn- und Feyertagen