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Theil die nöthigen Verbesserungen mehr zu wünschen: aber nirgends geht man auch mit mehr Vorsicht und Klugheit zu Werke, als in W. Thatsachen in Menge könnte ich zum Beweise meiner Behauptung anführen, aber ich will mich mit wenigen begnügen, und zeigen, daß das auswärtige Publicum mit Recht ein günstiges Urtheil von der aufgeklärten Denkungsart der Wirzburger hat.

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 Erst vor einigen Tagen erschien ein aus der Fürstl. Residenz Bamberg vom 8 Junius d. J. datirter Hirtenbrief des allgemein geliebten und weisen Fürstbischoffs, worin derselbe eine neue Anstalt zur Gottesverehrung an Sonn- und Festtagen für diejenige Classe der Einwohner W. empfiehlt, welche durch häusliche Geschäffte gehindert werden, dem gewöhnlichen Pfarrgottesdienste beyzuwohnen. Man sah schon ehemahls ein, daß der Christ noch nicht genug gethan habe, wenn er an jenem Tage nur eine stille Messe gehört, allen übrigen Gottesdienst aber und die Anhörung des Worts Gottes vernachlässiget hatte. Schon vor mehrern Jahrzehnten traf man daher die Einrichtung, daß an Sonn- und Feyertagen auch Nachmittag in gewissen Kirchen und zu verschiedenen Stunden Predigten für diejenigen