Seite:Bemerkungen über einige kirchliche Einrichtungen im Wirzburgischen.pdf/15

Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

von demselben wegbleiben sollte. Aber die Furcht auf der einen Seite, daß dieser Vorschlag doch nicht angenommen werden dürfte, und die Besorgniß auf der andern, wider ihre gute Absicht als unzeitige Reformatoren ausgeschrieen zu werden, haben sie bisher zurück gehalten, mit demselben hervor zu treten. Überhaupt glaube ich, daß eine Verbesserung des Breviers wohl noch so lange ein frommer Wunsch bleiben dürfte, als es Geistliche gibt, die orare et recitare für Worte von einerley Bedeutung halten. Was noch insbesondere das gebräuchliche Singen des Breviers angehet, so ist es gewiß für manchen ruinirend,[1] wenn er des


  1. Man muß vor allem wissen, daß der äusserst trockene Choral beynahe durch alle Horas ohne Orgel gesungen werden muß. Es wäre gewiß wohl gethan, wenn man einen geschickten Organisten, allenfalls einen Mann, wie der unnachahmliche P. Stephan Hammel in der Abtey gleiches Namens, der mit der aufgeklärtesten Religiosität und andern verfeinernden Wissenschafaften bekannt ist, als guten Compositeur anstellen und demselben eine erledigte Vicarie verleihen wollte. Dieser müßte dann die Horas mit der Orgel begleiten, wobey es eben nicht darauf ankäme, ob die Verse in den Psalmen alternative gesungen würden, wie es bey einigen Mönchsorden gebräuchlich ist, welches alsdenn zur Folge hätte, daß man gefühlvoll zu seinem Gott singen würde, und daß sonst gesunde Männer nicht vor der Zeit untüchtig gemacht und sich und andern zur Last würden. [221]