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daß Wir hören wollen die Klagen Unsrer armen Unterthanen, daß Wir rächen wollen das Blut der Geringsten unter ihnen, wenn es unschuldig geflossen ist, durch Unsrer unredlichen Vasallen Schuld, damit sie uns nicht verklagen vor dem Richterstuhl des ewigen Gottes.

Die Ritter staunten, so hatten sie den Landgrafen noch nicht sprechen hören, einige von ihnen, die sich getroffen fühlten, erbleichten; des Landgrafen Augen flammten, seine zürnenden Blicke glitten durchbohrend im Saal umher und mancher Blick suchte den Boden; der Landgraf fuhr fort:

Was verdient der Ritter, welcher zuläßt, daß sein Vogt den kranken Mann mit Weib und Kindern, nackt und bloß auf die Straße wirft und ihre geringe Haabe gierig an sich reißt? – Ihr schweigt, Ihr antwortet nicht? Wir erklären ihn für ehrlos, und unwürdig Unser Unterthan zu seyn; und fragen Euch im Namen des Allerhöchsten, ist dieses Unser Urtel[Korrektur: Urteil] gerecht?

Es ist, gerecht, murmelte es halblaut durch

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Ludwig Bechstein: Thüringische Volksmährchen. Carl Fleck und Comp., Sondershausen 1823, Seite 85. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bechstein_Th%C3%BCringische_Volksm%C3%A4hrchen_1823.pdf/87&oldid=- (Version vom 31.7.2018)