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Schauen nicht die goldne Sonne, Luna’s sanften Schimmer nicht
Aber stiller Frieden weilet, wo kein Hader uns entzweyt;
Unterwelt ist immer ruhig, Oberwelt liegt stets im Streit.
Schön ists auf der hellen Erde, wo die bunten Blumen blühn,
Schön auch ist es in der Erde, wo die Erzkrystalle glühn.
Wenn der Geiz der Erdenbürger, Schätze in die Tiefe senkt,
Sind sie uns anheim gefallen, sind dem Zwergenvolk geschenkt.
Was sie suchen unermüdlich, in der Erde tiefem Schacht:
Edelsteine, Gold und Silber, alles wird von uns bewacht;
Doch den frommen Bergmann schaden wir mit Spuck und Tücke nie,
Nur den Böswicht zu bestrafen uns ein Gott die Macht verlieh.
Wer verfolgt vom Haß und Neide, flieht das menschliche Geschlecht,
Suche Schutz in unsrer Mitte, und wir schaffen ihm sein Recht.
Heil Bohelier, dem König! Freude werde ihm zu Theil.
Heil dem Guten! dem Gerechten! unserm großen König Heil.

Der Klang der Saiten verhallte, aber die feinen künstlichen Krystallbecher, die auf des

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Ludwig Bechstein: Thüringische Volksmährchen. Carl Fleck und Comp., Sondershausen 1823, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bechstein_Th%C3%BCringische_Volksm%C3%A4hrchen_1823.pdf/136&oldid=- (Version vom 31.7.2018)