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939 bin ich nicht geboren, daß ich dich auf meine Kosten für deinen Vortheil sorgen ließe.“

35. Da Heinrich, nachdem er dieses gehört, nichts anderes mehr zu thun wußte, so nahm er einige Bischöfe, die sich für ihn verwenden sollten, zu sich, trat eines Tages barfuß vor den König, der nichts davon wußte, warf sich ihm zu Füßen, und flehte um Gnade. Der König entgegnete ihm: „Dein unwürdiger Frevel verdient kein Erbarmen. Da ich dich aber nun vor mir gedemüthigt sehe, so weill ich das Unglück nicht über dich bringen[1].“ Hierauf befahl der König, daß man ihn nach seiner Pfalz bringe, welche in Franken an einem Orte Namens Ingelheim gelegen ist, und dort solle man ihn sorgältig bewachen, bis sich die Heftigkeit des ersten Zornes ein wenig gelegt habe, und dann der König mit dem Rathe seiner weisen Männer einen Beschluß darüber fassen werde, was über seinen Bruder zu verhängen sei[2].

Ende des vierten Buches. Gott sei Dank!




Hier beginnt das fünfte Buch.

1. Als nach dem Tode Eberhards und Giselberts, und nach der Gefangennehmung Heinrichs, des Bruders des Königs, die Großen des Reiches von allen Seiten herbeieilten, dem König Glück zu wünschen, da kam auch ein sehr reicher Mann, der Schwabenherzog Hermann, der dem König seinen Glückwunsch brachte, sodann aber sich mit folgenden Worten an ihn wandte: „Es ist meinem Herrn nicht unbekannt, daß ich bei meinem großen Rheichthum an Landbesitz und baarem Gelde doch ohne

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1890, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/98&oldid=- (Version vom 8.4.2018)
  1. Nach 1. Kön. 21, 29.
  2. Hier verwechselt Liudprand die erste Unterwerfung Heinrichs mit der zweiten von 941; er scheint nur von einer zu wissen.