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und Töchter treffen; sie werden deine Schafe und Rinder verschlingen; sie werden deine Weinstöcke und Feigenbäume verzehren; deine festen Städte, darauf du dich verlässest, werden sie mit dem Schwert verderben. Und Ich will’s, spricht der Herr, zur selbigen Zeit nicht gar ausmachen[1].“

17. Um diese Zeit also starb König Ludwig, und Konrad, ein kräftiger und kräftiger und kriegserfahrener Mann aus fränkischem Geschlechte, wurde von allen Stämmen zum Könige eingesetzt.

18. Unter diesem waren die mächtigsten Fürsten: in Baiern Arnold, in Schwaben Burchard, Eberhard, der mächtigste Graf in Franken, und Herzog Giselbert in Lotharingen; aber heller noch glänzte der Name Heinrichs, des gewaltigen Herzogs über Sachsen und Thüringen.

19. Im zweiten Jahre nach dem Regierungsantritt dieses Königes hatten sich die erwähnten Fürsten und besonders Heinrich gegen ihn empört. König Konrad aber überwand sie mit weisem Rathschlag und starker Hand, und brachte sie zum Gehorsam. Den Arnold aber bezwang der große Schrecken vor dem König so sehr, daß er mit Weib und Kindern zu den Ungern flüchtete, und daselbst lebte, so lange noch in König Konrads Gliedern der Hauch des Lebens waltete[2].

20. Im siebenten Jahre seiner Regierung erkannte der König, daß die Zeit seiner Berufung zu Gott gekommen war. Er ließ daher die oben erwähnten Fürsten[3] zu sich entbieten, von denen nur Heinrich nicht erschien, und redete zu ihnen folgendermaßen: „Wie ihr sehet, ist jetzt die Zeit gekommen, da ich von dieser vergänglichen Welt zur unvergänglichen, as der Zeitlichkeit in die Ewigkeit berufen werden; daher bitte ich euch inständig, nach Frieden und Eintracht zu trachten. Lasset euch nach meinem Tode nicht von Herrschsucht noch von der

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 35. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/55&oldid=- (Version vom 18.9.2017)
  1. Jeremias 5, 5–18.
  2. Er scheint schon vor Konrads Tod zurückgekehrt zu sein.
  3. Nur die vornehmsten Franken.