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Burg verlassen und in dieselbe wieder zurückkehren kannst. Glaubst du meinem priesterlichen Worte nicht, so traue wenigstens meinem Eidschwur, daß ich dich eben so unverletzt und wohlbehalten, wie du mit mir die Burg verläßt, auch wieder hierher zurückführen werde.“ Adelbert also ließ sich durch solche honigsüße Reden gewinnen, oder vielmehr täuschen, empfing den Eidschwur des Hatto, und ersuchte ihn sofort an seiner Mahlzeit theilzunehmen. Hatto aber, eingedenk des hinterlistigen Planes, den er demnächst ins Werk setzen wollte, weigerte sich durchaus bei ihm etwas zu genießen. So verläßt er denn unverweilt die Feste, begleitet von Adelbert, der seine rechte Hand erfaßt hatte. Doch kaum sah Hatto ihn außerhalb seiner Burg als er zu ihm sagte: „Es reuet mich, trefflicher Held, daß ich mich nicht deinem Rathe gemäß durch etwas Speise gestärkt habe, zumal da uns eine ziemlich lange Reise bevorsteht.“ Ohne zu ahnen, welches Unheil, welches Verderben ihm diese Rede bringen würde, erwiederte Adelbert: „So lasset uns umkehren, mein Herr, und stärket euren Leib wenigstens durch einige Speise damit er nicht dem langen Fasten erliege.“ Hatt also willigt in diesen Vorschlag, und führt den Adelbert auf demselben Wege, auf welchem sie die Burg verlassen hatten, an seiner rechten Hand auch wieder zurück. Sogleich wird nun die Mahlzeit eingenommen, und darauf eilen beide noch a[n] demselben Tage bis zum König. Im Lager entsteht Lärm und ein großer Auflauf, als gemeldet wird, Adelbert sei zum König gekommen. Der König, über Adelberts Ankunft nicht wenig erfreut, beruft seine Fürsten zu sich, und läßt sie zu Gericht sitzen. Dann redet er sie folgendermaßen an: „Wie viel Blutvergießen Adelbert jetzt schon fast sieben Jahre lang angerichtet hat, wie viele Unruhe er uns bereitet, welchen Schaden er uns durch Rauben und Brennen verursacht hat, das haben wir nicht sowohl durch das Gerücht als durch eigene Erfahrung

Empfohlene Zitierweise:
Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/48&oldid=- (Version vom 13.9.2017)