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Italiener zwei Herren haben wollen, um den einen durch die Furcht vor dem andern in Schranken zu halten: so setzten sie Lambert, den Sohn des verstorbenen Königs Wido auf den Thron[1], einen schönen, dem Knabenalter eben entwachsenen und sehr kriegerischen Jüngling. Da fing das Volk an diesem anzuhangen und Berengar zu verlassen; und als Berengar nicht im Stande war, sich dem Lambert, welcher mit einem großen Heere gegen Pavia anrückte, mit seinen geringen Streitkräften entgegen zu stellen, so zog er sich nach Verona zurück, und lebte dort in Sicherheit. Nicht lange nachher aber wurden die Fürsten des Königs Lambert überdrüßig, weil er ein strenger Herr war, und sandten Abgeordnete nach Verona, den König Berengar zu bitten, daß er zu ihnen kommen und den Lambert vertreiben möchte[2]

Hier endet das erste Buch.




Hier beginnt das zweite Buch.

1. Als die Lebenswärme den Gliedmaßen des Königs Arnulf entwichen und der Körper entseelt war, wurde dessen Sohn Ludwig von allen Völkern seines Reiches auf den Thron erhoben. Der Tod eines so großen Mannes aber konnte den benachbarten Ungern so wenig, wie den Bewohnern des ganzen Erdkreises unbekannt bleiben. Sein Sterbetag war für sie der fröhlichste aller Festtage; sein Tod war ihnen erwünschter als alle Schätze. Denn was geschieht?

Empfohlene Zitierweise:
Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/43&oldid=- (Version vom 10.9.2017)
  1. Er war schon 891 neben seinem Vater König geworden, 892 zum Kaiser gekrönt.
  2. Die Erzählung von den Kämpfen beider Fürsten und Lamberts Tod übergehen wir hier.