Seite:Aus Liudprands Werken.pdf/42

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

unweit der Stadtmauer. Dieses that er aber deshalb, damit die Einwohner mit gutem Gewissen dem Könige die Versicherung geben könnten, daß Anscarius nicht in der Stadt sei. Diese eidliche Zusicherung also nahm der König an, und setzte dann seinen Zug weiter fort.

36. In der Heimath angelangt, starb Arnulf an der schmählichsten Krankheit. Von Ungeziefer nämlich, Läusen wie man sagt, wurde er aufs Aeußerste gequält, bis er seinen Geist aufgab. Man behauptet aber, dieses Ungeziefer habe sich bei ihm in so großer Menge erzeugt, daß es durch kein ärztliches Mittel zu vertilgen gewesen sei[1]. Ob er nun für die so ungeheure Schuld, nämlich die Loslassung der Ungern, nach den Worten des Propheten[2] zweifach zerschlagen sei, oder ob er durch die hienieden ausgestandene Strafe Vergebung für das zukünftige Leben erlangt habe, das wollen wir einzig der Weisheit dessen anheimstellen, von dem der Apostel spricht: „Richtet nihct vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren[3]“.

37. Aber die Gattin des Wido, welche Arnulf den Tod bereitet hatte, bereitete der gerechte Gott den Schmerz der Wittwenschaft. Indem nämlich König Wido den abziehenden Arnulf, wie oben erwähnt worden, auf dem Fuße verfolgte, ereilte in der Tod am Ufer des Flusses Taro. Auf die Nachricht hiervor begab sich Berengar unverweilt nach Pavia, und nahm gewaltig die Herrschaft an sich. Da aber die Getreuen und Anhänger des Wido besorgten, Berengar möchte sich wegen der erlittenen Unbill an ihnen rächen, und weil immer die

Empfohlene Zitierweise:
Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/42&oldid=- (Version vom 10.9.2017)
  1. Eine der vielen Fabeln, welche Liudprand aus den Erzählungen seiner Landsleute in die Geschichtsbücher gebracht hat.
  2. Jerem. 17, 18.
  3. 1. Kor. 4, 5.