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welche durch Missethaten befleckt hätten. Nämlich die Weihe, welche den Dienern Christi ertheilt wird, erhalten diese nicht von dem sichtbaren, sondern von dem unsichtbaren Priester. Denn weder der da begießet, noch der das pflanzet, ist etwas, sondern Gott, der das Gedeihen giebt[1].

31. Von wie großer Würdigkeit und Frömmigkeit aber der Papst Formosus gewesen sei, können wir daraus ersehen, daß später, als sein Leichnam von Fischern aufgefunden und in die Kirche des Apostelfürsten Petrus gebracht wurde, einige Bilder der Heiligen sich vor ihm, wie er in seinem Sarge lag, ehrfurchtsvoll verbeugten. Dieses nämlich habe ich von den gottesfürchtigsten Einwohnern der Stadt Rom oftmals gehört. Doch lasset uns hiervon abbrechen, und den Faden der Erzählung wieder aufnehmen.

32. Nachdem König Arnulf seinen Wunsch erreicht hatte, ließ er nicht ab den Wido zu verfolgen[2], und nach Camerinum ziehend, belagerte er die Burg Fermo, in welcher sich Widos Gemahlin befand. Wido aber hielt sich, man wiß nicht wo verborgen. Diese Burg also, welche nicht nur dem Namen nach, sondern auch in Wirklichkeit ein sehr fester Platz war, umgab er mit einem Walle, und rüstete alles Kriegswerkzeug, um sie zu nehmen. Als nun Widos Gemahlin sich von allen Seiten hart bedrängt und keine Möglichkeit zu entrinnen sah, begann sie mit Schlangenlist darauf zu sinnen, wie sie den König ums Leben bringen könnte. So ließ nämlich einen der vertrautesten Diener Arnulfs zu sich kommen und suchte ihn durch große Geschenke zu gewinnen, daß er ihr hülfe. Er versicherte zwar, daß er ihr nur dann helfen könne, wenn sie die Stadt dem Könige übergäbe; sie aber versprach ihm nicht nur Gold

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/39&oldid=- (Version vom 10.9.2017)
  1. 1. Korinth. 3, 7.
  2. Wido war schon todt. Arnulf führte aber den Krieg gegen dessen Wittwe Agiltrude fort, die für ihren noch minderjährigen Sohn, Lambert, die Kaiserkrone in Anspruch nahm.