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als zu seinen Angehörigen. Auch von Berengars Anhängern gewann er einige Verräther durch Geld und rüstete sich so zum Kriege gegen Berengar.

18. Als nun beide ihre Streitkräfte gesammelt hatten, zogen sie zum Bürgerkriege gegen einander, und an der Trebia, fünf Meilen von Piacenza, kam es zu einer Schlacht, in welcher von beiden Theilen viel Volks erschlagne wurde; Berengar aber ergriff die Flucht und Wido behielt den Sieg[1].

19. Doch schon nach wenigen Tagen[2] hatte Berengar eine große Schaar gesammelt, und stellte sich damit in den weiten Ebenen von Brescia dem Wido zur Schlacht entgegen. Aber nach gewaltigem Blutvergießen mußte Berengar sein Heil in der Flucht suchen.

20. Nunmehr aber rief Berengar, da er mit seinem geringen Kriegsvolk dem Wido nicht zu widerstehen vermochte, den vorgenannten mächtigen König Arnulf zu Hülfe und gelobte daß er mit allen den Seinigen ihm dienstbar sein wolle, wenn er durch seinen starken Beistand den Wido besiegen und das Königreich Italien für sich behaupten würde.

Durch so große Verheißung gelockt, sandte König Arnulf seinen Sohn Centebald, den er mit einer Beschläferin erzeugt hatte, an der Spitze eines starken Heeres dem Berengar zu Hülfe, und vereinigt gelangten nun beide im raschen Vordringen bis Pavia. Wido aber hatte das Ufer des Flüßchens Vernavola, welcher Pavia von der einen Seite bespült, mit Schanzpfählen und Mannschaft dergestalt befestigt, daß die durch den Fluß getrennten Heere einander nicht angreifen konnten.

21. Ein und zwanzig Tage verflossen, während, wie gesagt, die beiden Heere einander nicht beikommen konnten; und täglich

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig ohne Jahr, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/33&oldid=- (Version vom 9.9.2017)
  1. Die Orte der beiden Schlachten sind vertauscht; in der ersten war nach Erchambert Berengar siegreich.
  2. Es liegen mehrere Monate dazwischen, und schon in dieser Zeit unterwarf sich Berengar dem König Arnulf.