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963 „Daß der Papst sich zu bessern und sein Betragen zu ändern verspricht, dafür sage ich ihm meinen Dank; wenn er mich aber beschuldigt mein Versprechen nicht gehalten zu haben, so möget ihr selber urtheilen, ob das wahr sei. Wir versprachen ihm das ganze Gebiet des heiligen Petrus, welches in unsere Gewalt kommen würde; zurückzugeben; und das ist der Grund, weshalb wir jetzt Mühe daran wenden, den Berengar mit seinem ganzen Anhang aus dieser Festung zu vertreiben. Denn wie können wir ihm diesen Ort zurückstellen, wenn wir denselben nicht vorher den Händen der Räuber entreißen und in unsere Gewalt bringen? Den Bischof Leo und den Kardinaldiakon Johannes, welche ihm die Treue gebrochen, und bei uns Aufnahme gefunden haben sollen, die haben wir zu dieser Zeit weder gesehen noch aufgenommen. Sie sind, wie wir vernommen haben, auf der Reise nach Konstantinopel, wohin sie der Herr Papst, um uns zu schaden, gesandt hat, zu Kapua verhaftet worden. Mit ihnen hat man dort, wie uns gemeldete wird, auch den Salek festgenommen, der von Geburt ein Bulgar, der Erziehung nach ein Unger, und der vertrauteste Freund des Herrn Papstes ist; und den Zachäus, einen verworfenen Menschen, der aller göttlichen wie menschlichen Schriften unkundig, und vom Herrn Papste erst kürzlich zum Bischof geweihet ist, jetzt aber zu den Ungern abgesandt war, um ihnen zu predigen, daß sie über uns herfallen sollten. Daß der Herr Papst solches gethan, würden wir auf keines Menschen Rede glauben, wenn uns nicht die Briefe mit seiner Bleibulle und seinem Namenszug allen Zweifel darüber benommen hätten.“

7. Hierauf entsandte der Kaiser den Landward, Bischof von Minden in Sachsen, und Liudprand, Bischof von Kremona in Italien, mit den erwähnten päpstlichen Botschaftern nach Rom, um dem Herrn Papste Rechenschaft zu geben, daß den Kaiser kein Vorwurf treffe. Auch befahl der gerechte Kaiser ihren Rittern,

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1890, Seite 110. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/130&oldid=- (Version vom 25.4.2019)