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960 Waldpert, widerfahren sei. Auch kamen aus Italien viele Männer weltlichen Standes, und unter diesen der erlauchte Markgraf Otbert[1], der sich den päpstlichen Gesandten angeschlossen hatte, um bei dem heiligsten[2] König, jetzt Kaiser, Otto Rath und Hülfe zu suchen.

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2. Durch diese thränenreichen Klagen gerührt und nicht für das Seine sorgend, sondern für das was Jesu Christo angehöret, setzte der gottesfürchtige König seinen gleichnamigen Sohn gegen das Herkommen schon im Knabenalter[3] zum König ein und ließ ihn in Sachsen; er selbst aber versammelte ein Heer und zog eilig nach Italien. Hier verjagte er den Berengar und Adalbert um so schneller aus ihrem Reiche, weil es ganz sicher ist, daß er die heiligen Apostel Petrus und Paulus zu Mitstreitern hatte. Hierauf gab der gute König, das Verirrete wieder bringend und das Verwundete verbindend[4], einem Jeden das Seinige wieder, und zog dann nach Rom, um auch das desgleichen zu thun.

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3. Hier ward er mit wunderbarer Pracht und ungewöhnlicher Feier empfangen, und von dem schon erwähnten obersten Bischof Febr. 2.und allgemeinen Papst Johannes zum Kaiser gesalbet. Diesem gab er nicht nur das Seine zurück, sondern er ehrte ihn auch durch große Geschenke an Edelsteinen, an Gold und an Silber. Derselbe Papst Johannes aber und alle Großen der Stadt, leisteten ihm auf den kostbaren Leib des heiligen Petrus den Eidschwur, daß sie es niemals mit Berengar noch mit Adalbert halten würden. Hierauf kehrte der Kaiser unverweilt nach Pavia zurück.

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4. Inzwischen vergaß der Papst Johannes des Eides und des Gelöbnisses, welches er dem geheiligten Kaiser gelobet hatte,

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Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1890, Seite 106. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/126&oldid=- (Version vom 25.4.2019)
  1. Der Ahnherr des Hauses Este.
  2. Diesen Titel gibt Liudprand dem Kaiser nach byzantinischer Sitte.
  3. Otto II war erst 955 geboren.
  4. Hesekiel 36, 16.