Seite:Aus Liudprands Werken.pdf/104

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

941 Chelandien der Griechen, weil sie tiefer gehen, unmöglich ist. Inger kehrte darauf mit großer Schande heim; die siegreichen Griechen aber zogen frohlockend nach Konstantinopel, und brachten eine Menge Gefangener mit, welche Romanós sämmtlich in Gegenwart des Gesandten vom König, nämlich meines Stiefvaters, enthaupten ließ.

942 16. Der König Hugo also versammelte sein Heer, entsandte die Flotte über das tyrrhenische Meer gegen Fraxinetum, und zog selbst auf dem Landwege eben dahin. Als die Griechen dort angelangt waren, warfen sie Feuer auf die Schiffe der Sarazenen und verbrannten sie alle in kurzer Zeit. Andererseits drang auch der König in Fraxinetum ein, und zwang die Sarazenen, sich auf den Berg Maurus zu flüchten. Hier nun hätte er sie belagern und gefangen nehmen können, wenn nicht ein Umstand, den ich sogleich berichten will, dazwischen gekommen wäre.

17. König Hugo fürchtete nämlich nichts so sehr, als daß Berengar aus Franken und Schwaben ein Heer aufbringen, und über ihn herfallend, ihm das Reich nehmen möchte. Daher verfiel er auf einen bösen Rath, entließ die Griechen in ihre Heimath, und verbündete sich selbst mit den Sarazenen in solcher Weise, daß sie sich in dem Gebirge, welches Schwaben von Italien trennt, aufstellen und dem Berengar, falls dieser ein Heer hindurchzuführen versuche, den Durchzug auf alle mögliche Art verwehren sollten. Wie vieler Christen Blut sie aber hier vergossen haben, frommer Pilger die zu den Gräbern der heiligen Apostel Petrus und Paulus wallfahrteten, das ist nur dem bekannt, der ihre Namen in dem Buche des Lebens aufbewahrt. Welch böses Mittel hast du, König Hugo, gewählt, um dir den Besitz deines Reiches zu sichern! Um seines irdischen Reichs nicht beraubt zu werden, ließ Herodes viele unschuldige Kindlein umbringen; du ließest, um das deinige zu

Empfohlene Zitierweise:
Liudprand: Aus Liudprands Werken. Verlag der Dyk'schen Buchhandlung, Leipzig 1890, Seite 84. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_Liudprands_Werken.pdf/104&oldid=- (Version vom 10.4.2018)